Hier findest du einige Erfahrungsberichte unserer freiwilligen Helfer, die bereits einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in unserem Fritz-Felsenstein-Haus gemacht haben.

Als Einleitung hier einen Rap, den unser BFD Florian selbst geschrieben und gesungen hat:

Unser talentierter Moritz hat seine Erfahrungen als FSJler in der HPT sogar in einen Gedicht verfasst:

Gedicht über die Arbeit eines Praktikanten im Fritz-Felsenstein-Haus
Über die Arbeit lasst mich berichten,
in Gedichtform – sprachgewandt,
ist es nur Pflege? Arbeit in Schichten?
Wie ist die Zeit als Praktikant?

Zahlen lernen, eins bis sieben,
Spiel und Spaß – bis 16 Uhr,
Gesellschaftsspiele, Rollstuhl schieben,
beim Ausflug geht’s auf Kanutour.

Nach draußen gehen bei jedem Wetter,
bei Regen, Sonne und bei Schnee,
Schulbuch, Stift und Arbeitsblätter,
wir lernen heut´ das ABC.

Singen, sporteln´, therapieren,
nen´ Kaffee gibt’s zum Zeitvertreib,
zusammen geht’s zum musizieren,
das Motto ist Gemeinsamkeit.

Kindern helfen, Lernziel suchen,
Montag morgens Konferenz,
Ideen finden, dann versuchen,
hier regiert die Kompetenz.

Geschenke basteln – Weihnachtszeit,
Ostern feiern – wochenlang,
gemeinsam essen – Kleinigkeit,
nach dem Essen: Pflegegang.

So komm vorbei – ein Schnuppertag,
denn eine Sache – die ist klar,
wer Menschen, Team und Helfen mag,
der bleibt zumeist ein ganzes Jahr.

Moritz Eder, HPT


Und hier kommen weitere Erfahrungsberichte:

Florian, BFD in der Schule und HPT

Mein Praktikum im Fritz-Felsenstein-Haus ist sehr vielseitig: Am Vormittag bin ich in der Schule in der Klasse 3d. Die Kinder sind 9 bis 10 Jahre alt. Am Nachmittag in der HPT bin ich bei Jugendlichen, die zwischen 13 und 16 Jahre sind.

Ich als Praktikant begleite die Kinder durch ihren Schulalltag und helfe dem Lehrer soweit ich kann. Der Tagesablauf der Kinder ist gut strukturiert. Die erste Stunde beginnt z. B. damit den Schulranzen auszuräumen (für manche eine ganz schöne Herausforderung) und den Stuhl in den Morgenkreis zu schieben. Bei diesem wird der Tag eingeleitet mit einem Lied und der Planung des Schulvormittags. Danach gibt es meistens Brotzeit. Dabei helfe ich einzelnen Kindern zu essen, also z. B. ihr leckeres, von mir in kleine Stücke geschnittenes Wurstbrot mit Handführung auf die Gabel zu pieksen. Auch eine meiner Aufgaben als Praktikant ist die Mithilfe bei der Pflege, welche meist nach der Brotzeit bzw. in der darauffolgenden Schulstunde passiert.

Danach haben die Kinder Unterricht, z. B. Kunst, Sachunterricht, Sport oder Schwimmen.

Meine Aufgaben dabei sind unter anderem die Hilfe beim An- und Ausziehen, Begleitung der Kinder ins Wasser oder auf Anweisung des Lehrers Hilfestellungen zu geben, z. B. Handführung beim Malen eines Bildes.

Die HPT beginnt mit dem Mittagessen bei welchem ich meistens einem Muskeldystrophiker das Essen eingebe. Nach dem Essen geht es weiter mit der Hausaufgabe. Hierbei helfe ich den Jugendlichen, wenn sie nicht mehr weiter wissen oder lass mir die Hausaufgabe vom Schüler diktieren, wenn er nicht in der Lage ist selber zu schreiben. Ist die Hausaufgabe erledigt, ist noch Zeit zum Spielen. Im FFH gibt es ein großes Spielangebot von UNO bis Basketball, so finden die Betreuten immer eine Beschäftigung. Auch größere Aktionen, die über 16.00 Uhr hinausgehen, machen viel Spaß. Dieses Jahr waren wir zum Beispiel bowlen, haben Halloween gefeiert und waren zusammen im Wald und haben gesägt wie Weltmeister.

Letztendlich macht die Arbeit im FFH sehr viel Freude und ich kann jedem, der meint, er hätte eine „soziale Ader“, nur empfehlen ein soziales Jahr zu machen.

Moritz, FSJ in der Schule und HPT

Bei einem FSJ im FFH dreht es sich vor allem um eins… Die Arbeit mit Menschen! Nirgendwo sonst lernt und erfährt man so differenziert und ehrlich, wie in diesem Arbeitsfeld.

Das beginnt schon am Morgen, wenn die Kinder und Jugendlichen aus den Bussen steigen und man schon bei ihrer Ankunft dafür sorgt, dass sie einen guten und entspannten Start in ihren oft langen Schultag haben. Später, in der Klasse, hält der Schulalltag unterschiedlichste und spannende Aufgaben bereit, an diese man durch gute Anleitung mit der Zeit herangeführt wird. So bekommt jeder die Zeit, die er benötigt um sich hier zurecht zu finden. Ob der gemeinsame Einkauf, Werken, Kochen und auch Ausflüge, dieser Schulalltag hält deutlich mehr bereit, als die meisten aus ihrer eigenen Schulzeit kennen. Bei all diesen Dingen begleitet und unterstützt man die Kinder und Jugendlichen mit der Hilfe die jeder individuell benötigt, um seinen Alltag zu bewältigen. Dazu gehört das Unterstützten beim Essen, die Hilfe in der Unterrichtssituation, das Pflegen einiger Kinder und Jugendlichen und noch vieles mehr. Zudem ist es wichtig den Überblick über die individuellen Tagesabläufe der Betreuten zu behalten. Wann muss wer zu seiner Therapiestunde, welche regelmäßigen Termine müssen bedacht werden, wann muss der Rollstuhl zur Reparatur in die Werkstatt, usw. Doch natürlich kommt bei all diesen Aufgaben das Scherzen und Lachen mit den Betreuten und auch den Kollegen nie zu kurz, denn wie Aristoteles schon sagte „Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.“

In der Tagesstätte geht es nachmittags darum, mit den Kinder und Jugendlichen ihre freie Zeit nach der Schule zu gestalten. Diese startet immer mit einem gemeinsamen Mittagessen. Oftmals folgt auf dieses eine Hausaufgabenzeit in der auch Betreute, die keine Hausaufgaben aufhaben, gezielt gefördert werden. Doch natürlich kommt auch die Freizeit nicht zu kurz. Brettspiele, Fußball und der Spielplatz sind nur ein paar der unzähligen Möglichkeiten, die von unseren Kinder und Jugendlichen gerne genutzt werden. Besonders hier, da kein fester Lehrplan besteht, darf man sehr frei gestaltend agieren. Neue Ideen und Anregungen sind hier immer willkommen und erwünscht. So hat man die Möglichkeit seine eigenen Stärken einzubringen und andere davon profitieren zu lassen. Besondere Höhepunkte sind die gemeinsamen Feiern und Festivitäten, wie der Fasching oder auch die im Haus angebotene Disko für die älteren Jugendlichen. Natürlich gilt es auch hier die Kinder und Jugendlichen in allen Situationen des Alltags zu unterstützen und jedem die Hilfe zukommen zu lassen, die er benötigt. Wenn so ein Tag im FFH zu Ende geht, sammeln sich schließlich alle Kinder und Jugendlichen um 16.00 Uhr in der großen Eingangshalle und werden von ihren Busfahrerinnen und Busfahrern nach Hause gefahren.


Gemeinsam wird der 18. Geburtstag eines Gruppenmitgliedes gefeiert. Es wird traditionell mit alkoholfreiem Sekt angestoßen.

Durch diese Vielfalt an Aufgaben und Menschen, die einen im Alltag des FSJs begegnen, lädt hier jeder Tag ein, Neues zu lernen und an seinen Herausforderungen zu wachsen. Dies wird zusätzlich dadurch gefördert, dass man zu jeder Zeit die Möglichkeit bekommt, auch anderen Mitarbeitern des Hauses über die Schulter zu schauen. So lernt man nach und nach auch die weiteren Berufsgruppen im Haus wie Therapeuten, Sozialarbeiter, Küchenmitarbeiter, Haustechniker und zahlreiche weitere Berufe besser kennen und kann sich so weit über das gewohnt Arbeitsfeld hinaus informieren und orientieren.
Somit bietet dieses Jahr genau das, was sich Viele davon erhoffen: Eine breit gefächerte Orientierung für die zukünftige Laufbahn und natürlich ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnissen.

Sabine, FSJ in der Förderstätte

Nach der Schule stand früh für mich fest, dass ich einen Beruf im sozialen Bereich ausüben möchte. Ab September diesen Jahres werde ich mit meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin beginnen. Davor wollte ich unbedingt praktische Erfahrungen sammeln und entschied mich somit für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Förderstätte im Fritz-Felsenstein-Haus.

Ich wurde herzlich von der Gruppe aufgenommen und habe über das Jahr eine gute Bindung zu den Klienten aufgebaut. Zu meinen täglichen Aufgaben gehören die Essenseingabe Spaziergänge, Pflegegänge, Spiele spielen und künstlerische Tätigkeiten wie mit Wasserfarben zu malen.

Außerdem war ich bei vielen offenen Angeboten mit dabei, das sind beispielsweise Diskoabende die im Haus stattfinden. Hier wird Musik gespielt, es gibt Snacks und man tanzt und unterhält sich zusammen. Oder auch das Schwimmen im Hallenbad gehört zu den Angeboten, das macht sehr viel Spaß!

Abschließend kann ich sagen, dass ich neben den vielen Erfahrungen, die ich im FFH gesammelt habe, auch ein sehr abwechslungsreiches und lustiges Jahr hatte. Ich kann jedem nur empfehlen hier sein Freiwilliges Jahr zu absolvieren.

Tim, FSJ in der Förderstätte

Als ich nach dem Abitur nicht wusste, was ich studieren sollte, entschied ich mich auf Rat eines Freundes für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Förderstätte des Fritz-Felsenstein-Hauses. Zu Beginn hatte ich einige Zweifel, die jedoch schon nach der ersten Arbeitswoche verschwanden. Sofort war ich Teil eines Teams, das sich mit Sorgfalt und Freude um die sieben Besucher der Gruppe 2 kümmerte. Nach einer minimalen Eingewöhnungsphase waren Tätigkeiten wie die Nahrungseingabe und Pflegegänge bereits routiniert, wodurch mehr Zeit für die auf den einzelnen Besucher angepassten Förderaktionen blieb, die man als Praktikant oft betreuen muss. Dabei sollen die Therapien der Besucher unterstützt werden, wobei das Angebot von leichten Arbeiten am PC bis hin zum Lesen-Lernen per Talker reicht.


Auch Tätigkeiten wie Spaziergänge mit dem E-Rolli gehören oft zur Tagesordnung

Langeweile gibt es in der Förderstätte also nicht. Da man mit Erwachsenen arbeitet baut man schnell ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe zu den Besuchern auf, was jeden Tag eine lockere Atmosphäre schafft und für viele witzige Situationen sorgt.
Durch die FSJ-Seminare und vielen Einflüsse während der Arbeit konnte ich mich schließlich für einen Studiengang entscheiden. In der Förderstätte werden also nicht nur Menschen mit Behinderung gefördert, sondern auch ihre Mitarbeiter.

Amelie, FSJ in der Schule und HPT

Während meines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Fritz-Felsenstein-Schule gab es jeden Tag Momente, die mir zeigten, wie einzigartig und besonders diese Schule und die Arbeit dort für mich sind.

Ein Beispiel dafür wäre die tiergestützte Pädagogik, mit der ich in meiner HPT-Gruppe durch eine Mitarbeiterin und ihre Therapiehunde erstmals in Berührung kam. Die Auswirkungen der Hunde auf das Verhalten der Kinder zu beobachten macht viel Freude und ist sehr interessant: Als Mitglieder der HPT-Gruppe akzeptiert, versuchen die Kinder sich in die Hunde hinein zu fühlen, nehmen auf sie Rücksicht aber lernen auch selbstbewusst Grenzen aufzuzeigen und nein zu sagen. Vollkommen im HPT-Alltag integriert steht natürlich auch mal ein Termin beim Hundefrisör an – ein Erlebnis für die Kinder und auch für mich! Die Kinder halfen der Friseurin so freudig beim Haareschneiden, sodass ein mancher danach mit Hundehaaren auf dem Kopf auftauchte und sich als Testmodell zu Verfügung stellen wollte! Ein Glück, dass ich zu richtigen Zeit zur Stelle war!

Eva, FSJ in der Schule und HPT

Mein Tag beginnt um acht Uhr morgens in der Eingangshalle, wo ich auf die Schüler der 9d warte. Nach und nach trifft ein Jugendlicher nach dem anderen ein. Wenn alle da sind, gehen wir gemeinsam nach oben in unser Klassenzimmer. Im anschließenden Morgenkreis besprechen wir das Datum, den heutigen Stundenplan, das Wetter und ob in nächster Zeit besondere Aktionen oder außerplanmäßige Unternehmungen geplant sind.
Nachdem jeder noch Zeit bekommen hat, um vom vorherigen Tag zu erzählen oder um über etwas zu reden, das ihn beschäftigt, wird der Tisch zum Brotzeitmachen gedeckt. Die Jugendlichen freuen sich beim Essen über jede Unterstützung, zum Beispiel beim Kleinschneiden oder Eingeben der Brotzeit. Vor der Pause helfe ich den Mädels aus der Klasse noch beim Pflegen und Hübschmachen.

Anschließend hat die Klasse unterschiedliche Fächer, wie zum Beispiel Hauswirtschaft, wo wir gemeinsam kochen und abspülen, Kunst und Werken, Computer oder Sport bzw. Schwimmen – das wechselt 14tägig. Dabei unterstützen eine Lehrerin, eine Kinderpflegerin, zwei Schulbegleitungen und ich die Schülerinnen und Schüler, wo es nötig ist.

Nach meiner Mittagspause arbeite ich in der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT). In meiner Gruppe sind Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren, die alle in eine a- oder b-Klasse gehen. Nachdem wir gemeinsam zu Mittag gegessen haben, sind von Montag bis Donnerstag meist Hausaufgaben zu erledigen. Eine Erzieherin, ein Kinderpfleger und ich müssen oft noch die eine oder andere Aufgabe erklären oder den Stoff für die nächste Probe abfragen. Für den Freitagnachmittag planen wir gemeinsam immer etwas Besonderes: Wir veranstalten zum Beispiel einen Spielenachmittag, kochen gemeinsam oder schauen einen Film an. Manchmal steht auch eine verlängerte Aktion auf dem Programm. Wir waren dieses Schuljahr schon gemeinsam im Kino, in der City Galerie zum Shoppen, in einer Pizzeria und beim Jugendfasching.

Luise, FSJ in der Schule und HPT

Mein Tag beginnt in der Regel um acht Uhr mit der Abholung meiner Klasse in der Eingangshalle. Die Schülerinnen und Schüler werden vom zuständigen Busunternehmen vor ihrer Haustür abgeholt und ins Fritz-Felsenstein-Haus gebracht. In der Klasse unterstützen der Kinderpfleger, zwei Individualbetreuerinnen und ich die sieben SchülerInnen dann beim Ausziehen und Umziehen, Brotzeit machen, im Unterricht und bei der Pflege, da diese auf viel Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Hin und wieder machen wir einen Ausflug, zum Beispiel ins Naturkundemuseum oder an den Münchener Flughafen!

Nach meiner Mittagspause gehe ich in meine Gruppe der Heilpädagogischen Tagesstätte, in der viel weniger pflegerische und körperliche Unterstützung gefragt ist. Die elf Jugendlichen sind sehr selbstständig, fragen jedoch oft nach Rat oder brauchen Hilfe bei Konflikten. Beim Mittagessen in der Cafeteria sind sie meist damit beschäftigt, sich über das zu unterhalten, was sie gerade interessiert. Ansonsten helfe ich bei den Hausaufgaben, diene als Stütze zum Laufen trainieren, bastle mit einigen, … Manchmal machen wir auch größere Unternehmungen: Wir besuchen die Disco der OBA (Offene Behindertenarbeit) oder den Jugendfasching und tanzen bis die Füße brennen. Oft kochen wir auch zusammen.

Mein Tag endet normalerweise um 16:00 Uhr wieder in der Eingangshalle, in der die Betreuten von ihren Busfahrern abgeholt und nach Hause gebracht werden.

Theresa, FSJ in der Schule und HPT

Um 6 Uhr klingelt mein Wecker und dann heißt es aufstehen, fertig machen und ab zur Arbeit. Darauf freue ich mich jedes Mal aufs Neue: Schließlich habe ich in meiner Abteilung ein super Team hinter mir, das mich von Anfang an total lieb aufgenommen hat. Ich arbeite in der SVE, der Schulvorbereitenden Einrichtung des FFH. Anders als in der Schule treffen hier Kinder verschiedenen Alters (ca. 3 bis 7 Jahre) mit unterschiedlich starken körperlichen bzw. geistigen Behinderungen aufeinander. Diese zwei Tatsachen machen es nicht gerade einfach für die Sprösslinge, denn oft haben sehr fitte Kinder wenige Möglichkeiten Spielkameraden zu finden, die auf einem ähnlichen Lernstatus sind, wie sie selbst. Umso wichtiger sind wir an dieser Stelle.

Um 8 Uhr also beginnt meine Arbeit. Alle Kinder trudeln so nach und nach mit ihren Bussen ein, ihre Taschen oft größer als sie selbst. Wir kümmern uns dann darum, dass alle ihre Jacken aus- und Hausschuhe anziehen bzw. von uns angezogen bekommen, decken den Frühstückstisch und kontrollieren die Mitteilungshefte nach Nachrichten der Eltern. Wenn dann der ganze Trupp angekommen ist, beginnt der Morgenkreis. Das ist unser tägliches anfängliches Ritual. Auch wenn sich oft die Lust vieler Kinder in Grenzen hält, ihr ausgiebiges Spiel zu unterbrechen und sich leise in den Stuhlkreis zu setzen. Dort besprechen wir dann Dinge wie das heutige Wetter, den Wochentag, welche Therapien die Kinder heute haben oder was sie denn gestern so alles Zuhause gemacht haben. Meistens haben wir auch ein bestimmtes Thema, passend zur Jahreszeit, über das wir sprechen. Hungrig, da viele unserer Kleinen weite Strecken von ihrem Zuhause bis hierher zurücklegen müssen, gehen wir dann über zum Frühstück. Hier dürfen alle ihre mitgebrachten Brotzeiten genießen. Die Kinder, die dies nicht alleine können, bekommen Unterstützung von uns. Ihnen wird das Essen entweder so verabreicht oder durch eine Sonde direkt in den Magen geführt. Danach dürfen die Kids im Freispiel das machen, worauf sie Lust haben. Während dessen kümmern wir uns um Aufgaben wie den Abwasch oder die Pflege der Kinder, die nicht selbstständig auf die Toilette gehen können. Als Praktikantin bin ich häufig eine wichtige Ansprechpartnerin für die Kinder, da ich ja selbst auch noch ziemlich jung bin und bestimmte Dinge einfach in einer anderen Perspektive wahrnehme. Ich spiele mit den Kleinen in der Bauecke, male und bastle mit ihnen, baue Höhlen aus Decken und Kissen und und und… Mittwochs besuchen wir oft den sogenannten Snoezelen-Raum. Es ist ein verdunkelter Raum, der komplett mit Matten ausgelegt ist. Es gibt ein Wasserbett, eine Schalenschaukel, Entspannungsmusik und verschiedene Lichtspiele. Man ist nicht nur die helfende Hand der Kinder, sondern oft auch die starke Schulter, wenn dann gerade bei den Kleinen doch einmal die Tränen fließen. Der Vormittag ist also super schnell vergangen und nun heißt es für alle Kinder, die nur vormittags da sind auch schon Abschiednehmen, dies machen wir immer im Abschlusskreis. Dort verabschieden wir uns voneinander durch ein Lied.

Für mich beginnt dann ein neuer Abschnitt, denn auch ich verabschiede mich von der Vormittagsgruppe und wechsle in die HPT-Gruppe der SVE. (HPT steht für Heilpädagogische Tagesstätte). Hier kommen alle Kinder der zwei SVE-Gruppen zusammen, die auch am Nachmittag hier bleiben. Dort gibt es dann erstmal Mittagessen für alle. Da gehe ich dann auch in meine verdiente Mittagspause und tausche den Gruppenraum für eine halbe Stunde durch die Kantine aus. Wenn ich zurückkomme, sind sie meistens schon fertig mit Essen und ich begebe mich auf den Weg den Essenswagen zurückzufahren. Mit der tatkräftigen Unterstützung eines fleißigen Kindes, ist das auch keine Schwierigkeit. Auf dem Weg zurück, holen wir beide dann immer gleich die Neuigkeiten aus unserem Postfach im Sekretariat. Danach ruhen sich die Kinder erstmal ein bisschen vom anstrengenden Vormittag aus, um fit für den Nachmittag zu sein. Hier ist dann für uns ein bisschen Zeit sich auszutauschen und den Nachmittag zu planen. Wenn sich alle fertig ausgeruht haben, starten wir. Basteln gemeinsam mit den Kindern Elterngeschenke, beschäftigen uns mit ihnen mit dem Montessori Material, besuchen den Magic Carpet (ein Beamer, an dem jeden Tag ein anderes bewegtes Motiv zu sehen ist) oder gehen bei schönem Wetter im Park spazieren oder spielen gemeinsam im SVE-Garten. Am Dienstag besuchen wir immer unser hauseigenes Schwimmbad. Jede Woche ein spaßiges Highlight für Groß und Klein. Bevor dann alle heimfahren, machen wir nochmal eine kleine Brotzeit, pflegen die Kinder, bereiten sie für die Abfahrt vor und kümmern uns darum, dass der Gruppenraum aufgeräumt und sauber verlassen wird. Zum Abschluss singen wir immer nochmal zusammen ein Abschlusslied und alle werden von ihren Busfahrern abgeholt. Dann heißt es für mich auch schon wieder: „Tschüss, bis morgen!“

Leonie, FSH in der Schule und HPT

Ich möchte euch erzählen, wie mein Alltag im Fritz-Felsenstein-Haus aussieht. Ich arbeite mit körperlich und geistig behinderten Kindern am Vormittag im Bereich der Schule in einer fünften Klasse und am Nachmittag in der Heilpädagogischen Tagesstätte mit Kindern aus der ersten und zweiten Klasse.

In der Regel radele ich bei schönem Wetter in Windeseile zur Arbeit. Gerade angekommen werfe ich einen Blick auf meine Uhr. Oh schon fünf vor acht!!! Jetzt wird es aber langsam Zeit, mich nach vorne in die Eingangshalle zu begeben. Dort finden sich die Kinder ab acht Uhr ein, wo mich das rege Treiben der Busfahrer und ankommende, laut schwatzende Kinder erwartet. Nun heißt es erst einmal zu schauen, bis das letzte Kind eintrifft.

Als Nächstes helfe ich beim Ausziehen der Kinder und gleich darauf geht es schon mit dem Morgenkreis los, der ein fester Bestandteil des Unterrichts ist. Ich helfe als unterstützende Kraft einzelnen Kindern: Zum Beispiel beim Schwimmen, im Sach- oder Rechenunterricht, beim Lösen der gestellten Aufgaben und in Hauswirtschaft bei der Durchführung kleinerer Arbeiten zur Fertigstellung einer Speise. Nach den ersten beiden Unterrichtsstunden fängt die Pause an, auf die sich die Kinder natürlich immer sehr freuen (genauso die Erwachsenen). Nach der Pause wird gegessen, wobei ich manchmal einem Kind Essen und Trinken gebe. Allmählich geht einer nach dem anderen in die Pflege, bei der ich tatkräftig mithelfe, damit jedes Kind pünktlich in den Unterricht oder zur Therapiestunde kommt. Nach weiteren Unterrichtsstunden, in denen entweder fleißig gelernt, gesungen und gelacht oder Sport gemacht wird, gehe ich in die Mittagspause. In dieser kostbaren halben Stunde, die immer viel zu schnell vergeht, kann man sich dann vom manchmal etwas anstrengenden Vormittag erholen und sich mit anderen Arbeitskollegen in der Cafeteria über lustige und auch weniger schöne Ereignisse austauschen.

Der Nachmittag beginnt meistens erst einmal mit Vorbereitungen für das Mittagessen: mit einem Kind hole ich Wasser, mit meinen KollegInnen decke ich den Tisch, schneide das Mittagessen klein oder erwärme das von daheim mitgebrachte Essen. Mit jedem Kind wasche ich die Hände. Danach gebe ich einem fest zugeteilten Kind das Essen und Trinken, säubere den Platz und räume den Essenswagen ein und bringe ihn mit einem Kind zurück in die Cafeteria. Der Nachmittag ist dann gefüllt mit einer Ruhepause (in der diejenigen, die Schlaf brauchen, die Möglichkeit dazu bekommen), kleinen Bastelaktionen, Spielen, Spaziergängen, viel Pflege etc., wobei ich bei allem meine KollegInnen unterstütze.

Das Ende des Tages bildet der Abschlusskreis, bei dem wir mit den Kindern Fingerspiele machen, singen und musizieren. Zum Schluss geht es nur noch an das Packen der Schultaschen, das Anziehen und Bringen der Kinder in die Eingangshalle. In einem hektischen Getümmel aus Busfahrern und plappernden Kindern, warten wir, bis jedes Kind von seinem Busfahrer abgeholt wird. Um vier Uhr gehe ich schließlich zufrieden, nach einem manchmal etwas anstrengenden, jedoch auch bereichernden Tag in den verdienten Feierabend.

Ich hoffe, euch hat mein kurzer Bericht gefallen und ihr konntet einen kleinen Einblick in meine Aufgabenbereiche im Fritz-Felsenstein-Haus erhalten.

Ida, FSJ in der Schule und HPT

Mein Tag im Fritz-Felsenstein-Haus beginnt jeden Morgen um 8 Uhr. Als erstes holen wir die Kinder unserer Klasse, der 2a, in der Eingangshalle vom Bus ab. Wenn alle Hausaufgaben ausgepackt, Dienste erledigt und diverse Kinder im Stehständer sind oder auf der Toilette waren, kann der Unterricht endlich beginnen. Im Unterricht lernen die Kinder die unterschiedlichsten Dinge. Zurzeit üben wir das Rechnen bis 100, wie man Namen nach dem Alphabet sortiert und im Sachunterricht die Jahreszeiten und Monate. Als FSJlerin unterstütze ich die Kinder beim Lernen, zum Beispiel indem ich mit einzelnen Kindern ein Arbeitsblatt bespreche oder für ein Kind schreibe, dem das schwer fällt. Viertel vor Zehn: Juhu endlich Pause! Während ich mit meinen KollegInnen einen Kaffee trinke, haben die Kinder Zeit sich richtig auszutoben und mit ihren Mitschülern aus anderen Klassen zu spielen. Allerdings gibt es auch Sachen in der Pause zu erledigen, einige Kinder müssen zur Pflege, brauchen Unterstützung beim Toilettengang oder beim Essen der Brotzeit. Wenn der Schultag gegen Mittag zu Ende ist, mache ich vor der Tagesstätten-Zeit meine Pause. Da treffe ich häufig andere FSJler und Praktikanten mit denen ich quatschen kann und wir uns das eine oder andere Erlebnis vom Vormittag erzählen.

Der Nachmittag beginnt für meine HPT- Gruppe fast immer mit dem gemeinsamen Mittagessen. Viele der Jugendlichen in meiner Gruppe haben jede Menge zu erzählen und so geht es meistens ziemlich lebhaft an unserem Essenstisch zu. Danach haben manche Jugendliche noch Nachmittagsunterricht oder Hausaufgaben zu erledigen, bei denen ich sie oft unterstütze. Wenn endlich alles geschafft ist, spielen wir Uno oder Kniffel, Kickern oder gehen nach Draußen. Ein Mädchen meiner HPT Gruppe hat in diesem Schuljahr einen E-Rollstuhl bekommen. Wir üben häufig am Nachmittag gemeinsam das Fahren mit dem E-Rolli und machen die Gänge im FFH unsicher. Damit es nicht langweilig wird, planen wir für die Freitagnachmittage gemeinsam mit den Jugendlichen verschiedene Aktionen. Wir waren beispielsweise schon Rolli-Basketball spielen, Eis essen, Weihnachtsgeschenke basteln oder haben einen entspannten Nachmittag im Snoezelen Raum oder bei einem guten Film verbracht. Ich habe auch selbst oft die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen und mit Hilfe meiner KollegInnen umzusetzen. Um kurz vor Vier ist der Nachmittag fast geschafft und wir gehen zusammen in die Eingangshalle zum Bus. Da sind oft nicht nur die Jugendlichen müde, sondern auch ich.

Mein Jahr im FFH ist vieles …. abwechslungsreich, aufregend, anstrengend, bereichernd, lustig – aber vor allem nie langweilig!