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Change-In: Junge Menschen übernehmen Verantwortung im FFH

Change-In

Königsbrunn, 18. Juni 2007. Wenn sich Jugendliche heute freiwillig engagieren wollen, können sie z.B. zwischen Fußballverein, Seniorenheim oder Naturschutzprojekten wählen und verbinden damit oft persönliche Vorlieben und Hobbies. Umso mehr Anerkennung verdient das Engagement zweier Schülerinnen: Im Rahmen des Change-In-Projektes halfen sie fünf Monate lang bei der Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen in unserem Internat mit.

Ergänzung der Schülerperspektive
Change-In ist eine Aktion des „Bündnis für Augsburg“, die vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde und an dem sich mittlerweile rund 30 Schulen beteiligen. Schüler können sich für die Bereiche Kultur, Soziales, Sport und Ökonomie entscheiden und in 1 bis zwei Stunden pro Woche Einblicke in andere Lebensbereiche bekommen. Begleitet werden sie von erfahrenen Mentoren, die für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen, sich aber auch um den Austausch mit den jeweiligen Einrichtungen bemühen.

Linda und Carina sind 14 Jahre alt und besuchen das Peutinger Gymnasium. „Unsere Sozialkundelehrerin hat uns das Change-In-Projekt vorgestellt und da haben wir uns spontan entschlossen, im Fritz-Felsenstein-Haus mitzumachen“, sagen die beiden Jugendlichen. Sie gehen in die 8. Klasse und wollten mehr über die Arbeit mit körper- und mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen erfahren. Carina beteiligte sich beim Töpfern, Linda war beim Schwimmen in unserem behindertengerecht ausgestatteten Schwimmbad dabei: sie half beim Aus- und Anziehen und unterstützte unsere Betreuer beim Spiel und Spaß im Wasser. „Ich fand den Kontakt mit den köperbehinderten Jugendlichen ganz gut, wir hatten jede Menge Spass miteinander“, so Carina. „Und die können genauso herumalbern wie wir“, fügt sie dann noch lachend hinzu. Linda kann sich vorstellen, später einen sozialen Beruf zu ergreifen und denkt schon über ihr nächstes Praktikum nach.

Frischer Wind
Den ungezwungenen Umgang mit den FFH-Jugendlichen, den mussten sie freilich lernen, aber dank der Unterstützung durch unser Betreuer-Team ging das schnell. Offen und ohne Vorbehalte ließen sie sich auf den Gruppenprozess ein. Das Miteinander ist für unsere Jugendlichen mit Handicap wichtig, oft fehlt ihnen der regelmäßige Kontakt mit Gleichaltrigen außerhalb des FFH. „Das Change-In-Projekt bietet beiden Seiten gute Chancen voneinander zu lernen“, so unsere Internatsleiterin Ulla Frenz. Die Schüler anderer Schulen erfahren bei uns, wie es ist, mit einer Behinderung zu leben, lernen für einander da zu sein und stärken zudem ihre soziale Kompetenz. Gleichzeitig haben sie für unsere Schüler eine Vorbildfunktion: mit ihrem Verhalten bewirken sie manchmal mehr, als sich Eltern und Erzieher vorstellen können. „Wir schätzen die Ideen, die Spontaneität und Kreativität dieser Schüler, die viel neuen Schwung in unsere Einrichtung bringen und zudem ein gutes Beispiel für ein gelungenes Miteinander sind“, so Ulla Frenz.