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Jung und alt – Jugendkultur nach 1945: Klasse 9b beteiligt sich am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
Was hat Jugendliche vor 40, 50 Jahren bewegt, was haben sie gefühlt? Wie dachten Sie über typische Jugendthemen wie Ausgehen, Freundschaften, Rauchen, Mode? Welchen Hobbys gingen sie nach, welche Musik hörten sie und welche Vorstellungen hatten sie über die Arbeitswelt der Erwachsenen?
Geschichte vor Ort erforschen
„Ein spannendes Thema, mit dem sich der Geschichtsunterricht wesentlich attraktiver gestalten lässt“, so Dr. Renate Menges, Konrektorin unserer Schule. Im Rahmen eines Netzwerks zur historischen Projektarbeit hat die engagierte Sonderschullehrerin die Klasse 9b für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten angemeldet. Der Wettbewerb auf Ebene der Bundesländer wird seit über 30 Jahren von der Körber-Stiftung ausgeschrieben und bietet Schülern und Lehrern Anlässe, um Geschichte vor Ort zu erforschen. Unsere Jugendlichen haben ältere Menschen aus ihrer Umgebung nach ihrer Jugendkultur befragt und die Ergebnisse nun auf Schautafeln dokumentiert.
„Mode war kein Thema, zu spät kommen hätte man sich nie getraut“
Den Frisör spielte in der Regel die Mutter, die Kleidung war oft alt und zerschlissen, aber stets sauber, an eine feste Freundin war vor dem 18. Lebensjahr nicht zu denken und wenn überhaupt, dann wurde nur Klassik oder Volksmusik gehört. In der Schule gab es noch die Prügelstrafe, was in den Klassenzimmern durchweg für Disziplin sorgte und Fußballspielen oder Lesen scheinen die einzigen Hobbys der damaligen Jugend gewesen zu sein. Unsere 13 beteiligten Schüler zeigten sich erstaunt, zum Teil auch betroffen, über die Aussagen der älteren Generation. „Die Unterschiede zwischen heute und damals sind sehr groß“, so der Schüler Kilian Paede. Die Jugendkultur der Nachkriegszeit war geprägt von einem autoritären Erziehungsstil und der Armut der meisten Familien, die kaum Spielraum für Entfaltung bei Mode, Musik oder Freizeitgestaltung bot.
Mehr Freiheiten
„Wir fühlen uns heute wesentlich freier und sind glücklich, dass unsere Jugendkultur vielseitiger ist“, so Kilian Paede. Dass jedoch auch in der heutigen Zeit nicht alles im Lot ist, wird an Aussagen zur Mode deutlich, die nach Ansicht mancher unserer Schüler zu Konkurrenz und Ausgrenzung unter den Jugendlichen führen kann. Das Projekt hat unseren Schülern nicht nur großen Spaß gemacht, sondern auch vermittelt, welche Werte damals bei der Erziehung im Vordergrund standen und damit ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Perspektiven der Generationen geschaffen. „Den Jugendlichen ist bewusst geworden, welche Freiheiten sie heute genießen“, so Konrektorin Menges. Im Rahmen einer Ausstellung will die Klasse 9b demnächst das Projekt den Mitschülern und Lehrern unserer Schule vorstellen.