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„Ich bin Farbe“ - Kunstausstellung im Landratsamt
Kunst und Können unserer körperbehinderten Jugendlichen präsentiert seit heute eine Ausstellung im Eingangsbereich des Landratsamtes, die bis zum 4. Januar zu sehen ist. Dr. Karl Vogele, der die Schau im Beisein von rund 100 Gästen mit einer feierlichen Vernissage eröffnete, bezeichnete dies als einen weiteren, wichtigen Schritt bei der Bewältigung der Integrationsaufgabe unserer Gesellschaft.
Erstaunliche Kreativität
27 Bilder farbenfrohe, zum Teil großformatige Bilder im Stil des Action Painting schmücken nun das sonst eher nüchterne Foyer des Landratsamtes. Dass die Ausstellung nach einer viel beachteten Präsentation in der Stadtsparkasse Augsburg zu Beginn des Jahres nun nochmals ihr Publikum findet, zeugt von der begeisternden Ausdruckskraft der Bilder. „Beim Betrachten der Bilder kann man staunen lernen. Aus ihnen spricht Begeisterung für das künstlerische Schaffen und pure Lebensfreude“, so Dr. Karl Vogele.
Alle beteiligten Künstler waren Werkstufenschüler und –schülerinnen unseres Kompetenzzentrums, wo rund 300 Körperbehinderte aus Mittel- und Nordschwaben zur Schule gehen, betreut und versorgt werden. Viele der Künstler leben mit zum Teil erheblichen motorischen Einschränkungen.
Das Projekt „Action Painting“ entstand aus der Motivation, das künstlerische Potential körperbehinderter Jugendlicher auf hohem Niveau zu fördern. „An den Bildern wurde über Wochen immer wieder ge- und überarbeitet, verbessert und verändert“, so Louise Finkl, Lehrerin und engagierte Projektleiterin. Unser Haus legt besonderen Wert auf die musische Förderung der körper- und mehrfach behinderten Jugendlichen; Lehrer und Betreuer erfahren dort täglich, wie wichtig dies für die Entwicklung unserer Schützlinge ist. Denn in künstlerischer Darstellung lassen sich Befindlichkeiten und Gedanken ausdrücken, zu denen Menschen mit einer Behinderung sprachlich oft nicht oder nur eingeschränkt fähig sind.
Die Ausstellung im Landratsamt Augsburg wird als neuerliche Chance gesehen, Kunst und Können körper- und mehrfach behinderter Jugendlicher vorzustellen. Damit erhalten die jungen Künstler auch die Anerkennung, die so wichtig ist für ihre gesellschaftliche Integration sowie für ihre persönliche Entwicklung zu selbst bestimmten Menschen mit Zukunft.