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"Ich bin Farbe" - Eine Kunstausstellung der Fritz-Felsenstein-Schüler in der Stadtsparkasse Augsburg

Vernissage

Mit einem Festakt, zu dem rund 300 Gäste gekommen waren, wurde gestern die Ausstellung "Ich bin Farbe" (19. Januar - 8. Februar 2006) in der Kundenhalle der Stadtsparkasse Augsburg eröffnet. Dr. Walter Eschle, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse begrüßte alle beteiligten Künstler und zeigte sich begeistert über die Dynamik und Ausdruckskraft der zum Teil großformatigen, mit leuchtenden Acrylfarben gemalten Leinwandbilder. Die Trommlergruppe der Schule sowie Harfen- und Gitarrenklänge sorgten für die musikalische Untermalung der Vernissage.

Kunst und Können körperbehinderter Jugendlicher
Die Künstler waren im vergangenen Schuljahr Werkstufenschüler und -schülerinnen am Kompetenzzentrum in Königsbrunn, wo derzeit rund 260 Kinder und Jugendliche mit Handicap aus Mittel- und Nordschwaben zur Schule gehen, betreut und versorgt werden. Das Kunstprojekt "Action Painting" entstand aus der Motivation, das künstlerische Potential körperbehinderter Jugendlicher auf hohem Niveau zu fördern. "An den Bildern wurde zum Teil über Wochen immer wieder ge- und überarbeitet, verbessert und verändert", so Louise Finkl, Lehrerin und engagierte Projektleiterin. Am Ende entstanden Werke, über die zunächst Eltern, Mitschüler, Lehrer später auch die Öffentlichkeit staunten. Die erste Ausstellung im Frühjahr 2005 fand im Schulgebäude der Fritz-Felsenstein-Schule statt und ermutigte die Verantwortlichen nach weiteren Möglichkeiten der Präsentation zu suchen. Die Stadtsparkasse Augsburg bietet nun den jungen Künstlern die Chance, Kunst und Können körper- und mehrfach behinderter Jugendlicher einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Damit erhalten sie auch die Anerkennung, die so wichtig ist für ihre gesellschaftliche Integration sowie für ihre persönliche Entwicklung zu selbst bestimmten Menschen mit Zukunft. "Jeder malende Mensch - egal ob drei oder dreiundneunzig Jahre alt - hat das Bedürfnis Spuren zu hinterlassen", so Johann Malzer, Festeredner und ehemaliger Dozent für Kunstpädagogik an der Universität Augsburg. "Die Tatsache, dass diese Jugendlichen mit zum Teil erheblichen motorischen Einschränkungen gemalt haben, verdient unseren Respekt, ist aber für das Ergebnis unerheblich." Anschließend würdigte Malzer jeden einzelnen Künstler mit einer kurzen Vorstellung seiner Arbeit.

Musische Förderung
"Diese Ausstellung ist eines der Ergebnisse unserer intensiven Bemühungen, die Kinder und Jugendlichen mit Handicap musisch zu fördern und zu fordern", so Manfred Pschibul, Sonderschulrektor und Schulleiter des Fritz-Felsenstein-Hauses. Deshalb legt das Fritz-Felsenstein-Haus besonderen Wert auf diesen Bildungsbereich; die Lehrer und Betreuer erfahren täglich, wie wichtig dies für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist. "Neue Ideen für mitreißende Kunstprojekte gibt es schon. In den nächsten Monaten arbeiten wir eifrig an deren Realisierung, doch mehr wird noch nicht verraten", so Pschibul weiter.