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Fachtag im FFH: Die Zukunft der Teilhabe in Schwaben

Fachtag

Königsbrunn, 23. Oktober 2008. Mit einem Fachtag hat unser Haus sein Veranstaltungsprogramm anlässlich des 40-jährigen Jubiläums ausklingen lassen. Rund 160 Teilnehmer waren gekommen, um über die Möglichkeiten für mehr Teilhabe behinderter Menschen zu diskutieren. Die Veranstaltung war speziell für Menschen mit Behinderung, deren Angehörige sowie Fachkräfte und Multiplikatoren konzipiert. Selbstbestimmung als Lebensmodell.

In Referaten und Workshops zu aktuellen Themen wurde erörtert, wie Teilhabe im täglichen Leben umgesetzt werden kann. Ottmar Heumann, Mitarbeiter der Sozialverwaltung des Bezirk Schwaben z.B. referierte über das persönliche Budget, über das in der Öffentlichkeit noch viel Unklarheit herrscht. Seit Anfang des Jahres haben Menschen mit Behinderung Anspruch auf die Gewährung eines frei verhandelbaren Budgets. „Das ist allerdings keine neue Leistung, sondern lediglich eine neue Form der Geldleistungen“, stellte Heumann klar. Mit dem persönlichen Budget können Menschen mit Behinderungen, die Anspruch auf Sachleistungen haben, selbst bestimmen, wann und wo sie Leistungen für Ihre Versorgung im Alltag in Auftrag geben. Diese Regelung soll für mehr Selbstbestimmung behinderter Menschen sorgen, bedarf allerdings der engen Zusammenarbeit zwischen Leistungsträger und Leistungserbringer. „Zum persönlichen Budget besteht noch viel Aufklärungs- und Beratungsbedarf, damit behinderte Menschen ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können“, so die Meinung einer Zuhörerin. Heumann kündigte zum Thema persönliches Budget spezielle Sprechtage in den Landratsämtern an.

Fachausstellung
Neben dem Workshopangebot konnte sich das Publikum auch über neue Assistenztechnologien und Hilfsmittel für Menschen mit Handicap informieren. Verschiedene Anbieter präsentierten Rollstühle, Handbikes und elektronische Hilfen für die computergestützte Kommunikation. „Eigentlich wollten wir auf eine Fachmesse nach Düsseldorf, jetzt schauen wir uns eben hier um“, so Monika Eim. Ihr Sohn Marcus besucht unsere Schulvorbereitende Einrichtung und ist begeistert vom präsentierten Softwareangebot; den PC steuert er mit einem speziellen Eingabegerät.

Politik muss Rahmenbedingungen für Teilhabe schaffen
Höhepunkt des Fachtages war die Podiumsdiskussion mit insgesamt 8 Teilnehmern, u.a. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt München Oswald Utz sowie Roswitha Dehnert vom Behindertenbeirat der Stadt Augsburg. „Erfolgsmodelle für die Inklusion behinderter Menschen“, forderte Jürgen Reichert. „Die Politik muss die Rahmenbedingen schaffen, gleichzeitig ist viel Kreativität und Eigeninitiative von allen Mitgliedern unserer Gesellschaft gefragt.“ Menschen mit Handicap haben ein Recht auf einen eigenen Willen, auf Zukunftsplanung und Eigenverantwortung, so der Tenor der Diskussion. „Wir als professioneller Dienstleister für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in der Region Augsburg wollen den Weg dafür bereiten, dass dies auch im Alltag ohne wenn und aber möglicht ist“, so Gert Stephan, Geschäftsführer des FFH. Schulen, Fördereinrichtungen, Vertreter von Politik, Verbänden und öffentlicher Verwaltung müssen in Zukunft noch enger kooperieren. „Der Fachtag hat mir neue Impulse für die zukünftige Behindertenarbeit in der Region geliefert“, so das Fazit einer Teilnehmerin.