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Zum Rollentausch ins FFH - Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert hospitiert bei unseren Kindern und Jugendlichen
Mit Spannung war der Bezirkstagspräsident in unserer Einrichtung erwartet worden. Als es soweit war, fügte sich Jürgen Reichert mühelos in den Schulalltag seiner Gastgeber ein. Ob im Sozialkundeunterricht einer Hauptschulklasse, wo er mit Jugendlichen über die Aufgaben des Bezirks Schwaben sprach, ob beim Singkreis unserer Musiktherapie oder bei der Talkergruppe, die mit Unterstützung elektronischer Geräte spielerisch Kommunikation trainierte – in jeder Klasse wurde der Sozialpolitiker herzlich empfangen und mit der ihm zugedachten „Rolle“ vertraut gemacht.
Bayernweite Aktion
Die „Aktion Rollentausch“ geht auf Initiative der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände und des Bayerischen Sozialministeriums zurück und soll in Zukunft jährlich stattfinden. Im Rahmen einer Hospitation nahm Jürgen Reichert die Möglichkeit wahr, unsere soziale Arbeit in der Praxis kennenzulernen. „Ich habe mich bewusst für diese Einrichtung entschieden, weil mein besonderes Augenmerk den Kindern und Jugendlichen unserer Gesellschaft gilt; aber auch, weil die Arbeit, die hier seit Jahrzehnten geleistet wird, in ganz Schwaben positiv ausstrahlt“, erklärt Reichert sein Engagement im FFH. Eine neue Rolle und damit eine andere Perspektive einzunehmen, empfindet der Bezirkstagspräsident als besonders bereichernd für seine Aufgaben als Sozialpolitiker.
Vielfältige Fördermöglichkeiten
Die Stationen, die Reichert im Laufe des Vormittags durch unser Haus führten, verdeutlichten die Vielfalt der schulischen und therapeutischen Fördermöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit Handicap. Die individuellen Fähigkeiten unserer Betreuten erkennen und stärken, das gelingt nur durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen unter dem Dach des privaten Trägervereins.
Daniel beispielsweise ist sprachbehindert und mittlerweile ein Ass beim Talken mit dem Sprach-Computer; gern zeigt er dem Bezirkstagspräsidenten, welche Tasten gedrückt werden müssen, um dem Gerät den richtigen Begriff entlocken. Moritz hingegen, hat noch Schwierigkeiten mit dem Buchstaben „r“. Logopädin Brigitte Leißling fördert ihn regelmäßig, damit er sich besser artikulieren kann. „Und jetzt heiße ich auch noch Reichert - da sind wir ja gleich beim richtigen Buchstaben“, scherzt der Bezirkstagspräsident und schon herrscht eine gelöste Stimmung in der Therapiestunde.
Offenheit und Lebensfreude
Der Sozialpolitiker zeigte sich in einem abschließenden Resümee beeindruckt von der Offenheit, Lebensfreude und Neugierde unserer Jugendlichen. Die Allgemeinheit trage eine besondere Verantwortung für diese Klientel, betonte er. Es sei wichtig, die gegebenen Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, um sie – wenn möglich - zu einer beruflichen Tätigkeit zu befähigen und sie so am gesellschaftlichen Geschehen in unserem Land teilhaben zu lassen. Die Verbesserung der Lebensbedingungen von behinderten Menschen ist ein Schwerpunkt des Bezirks Schwaben; über 90 Prozent des Bezirkshaushaltes werden für Aufgaben der Überörtlichen Sozialhilfe aufgewendet.