Aktuelles
Kreatives Tüfftlerteam baut Säge für unsere Förderstätte
Sägen erfordert Kraft und Kraft hat Andreas H. keine. Er sitzt im Rollstuhl, ist motorisch stark beeinträchtigt und besucht deshalb die Förderstätte unseres Hauses. Hier wird je nach individuellen Möglichkeiten gearbeitet: in der Holzwerkstatt, am PC oder eben ganz einfach an der Bewältigung des Tagesablaufs. Menschen, die auf Grund ihrer starken körperlichen Einschränkungen nicht in einer Behindertenwerkstätte arbeiten können, finden bei uns eine reale Arbeitswelt und ideale Bedingungen für einen strukturierten Tagesablauf.
Eine Säge auf herkömmliche Weise zu betätigen, ist für Förderstättenbesucher nahezu unmöglich. Unsere Betreuer müssen sich immer wieder neue Behelfskonstruktionen einfallen lassen, um das Sägen von Holz zumindest teilweise zu ermöglichen.
Pneumatische Säge für den Werkunterricht
Doch es gibt alternative Lösungsmöglichkeiten, an denen findige Menschen wie Robert Henseler schon seit langem tüfteln. Er ist engagierter Werklehrer an unserer Schule und hat für seine körperbehinderten Schüler Gehrungssägen entwickelt, die über verschiedene Buttons gesteuert und über Luftdruck in Bewegung gesetzt werden. Auf der Suche nach einer professionellen Umsetzung seines Eigenbaus, brachte er vor zwei Jahren ein kreatives Team an den runden Tisch: vier MAN-Auszubildenende begeisterten sich gemeinsam mit ihrem Ausbilder Michael Kloos und dem Software-Spezialisten Dietmar Bröker für die Idee, eine Säge zu konstruieren, die auch Menschen mit starken körperlichen Beeinträchtigungen bedienen können. Jetzt konnte das Gerät im Rahmen einer kleinen Feier an unsere Förderstätte übergeben werden.
Software wurde speziell entwickelt
Die Säge wird mit dem PC angesteuert und mittels Pneumatik in Bewegung gesetzt. "Uns war es wichtig, eine behindertengerechte Säge zu bekommen, die nicht einfach nur auf Knopfdruck automatisch sägt", sagt Barbara Stöhr, unsere Stellvertretende Leiterin der Förderstätte. "Wir wollten vielmehr ein Gerät, das alle Arbeitsschritte und Vorgänge abbildet, die eine von Hand betriebene Gehrungssäge erfordert. Es geht um Arbeit und Arbeit darf auch anstrengen." Zwar ist es durchaus möglich die Säge per Taster in Bewegung zu setzen, doch auf Grund der ausgeklügelten Technik und eines speziellen Softwareprogramms kann die Säge auch mit einem Bewegungssensor oder einer Augensteuerung bedient werden. Beides erfordert hohe Konzentration bei Menschen mit Körperbehinderungen.
Engagierte MAN-Auszubildende
Unzählige Arbeitsstunden haben die Auszubildenden Josef Hieber, Florian Weiß, Daniel Ostertag und Martin Weinhardt für das Projekt aufgebracht. Neben regelmäßigen Treffen, bei denen die Praxistauglichkeit der Säge immer wieder geprüft wurde und Nachbesserungen beschlossen wurden, haben sie sogar Samstagsarbeit in Kauf genommen, um das Projekt voranzubringen. "Wir sind stolz auf unsere Auszubildenden, die ihr Know-How für eine gute Sache eingesetzt haben", so Kaspar Fischer, Leiter des Ausbildungszentrums bei MAN.
Preis bei Jugend forscht
Den ersten Erfolg konnten die jungen Männer, die eine Ausbildung zum Mechatroniker absolvieren, im Frühjahr diesen Jahres verbuchen: Sie belegten mit Ihrer Konstruktion bei Jugend forscht den 2. Platz. Das Preisgeld spendeten sie bei der Übergabe der Säge an das Fritz-Felsenstein-Haus.
Demnächst werden die Besucher unserer Förderstätte auf der neuen Säge einfache Holzarbeiten tätigen können und dabei jede Bewegung der Säge selbst steuern. "Damit haben unsere Förderstättenbesucher das Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und selbst etwas bewirken zu können. Wir sind den MAN-Auszubildenden, ihrem engagierten Ausbilder und auch dem Ausbildungszentrum, das diese Zusammenarbeit möglich gemacht hat, sehr dankbar für dieses Engagement", so Gregor Beck, Geschäftführer des Fritz-Felsenstein-Hauses. Mittlerweile gibt es Ideen für weitere gemeinsame Projekte mit dem MAN-Ausbildungszentrum. Über eine Fortführung der erfolgreichen Kooperation würden sich alle Beteiligten freuen.
Bigband Up2date erspielt 280 Euro für unser Haus
Wer den Bigband-Sound von Swing, lateinamerikanischen Rhythmen bis hin zu Rock und Pop liebt, der war auf dem Benefizkonzert der Band Up2date genau richtig. Die 18-köpfige Band aus dem südlichen Landkreis stellte im Juli unter der Leitung des Saxophonisten Johannes Liepold ein anwechslungsreiches Programm auf die Beine. In der Aula unseres Hauses begeisterten auch die beiden Sänger Katrin Hutter mit Darbietungen von Nora Jones sowie Stefan Bruggmoser mit seiner Version von Mack the Knife ihr Publikum.
Die Band gab die Spenden der Konzertbesucher an unser Haus weiter und erspielte für unsere Einrichtung rund 280,- Euro. "Im Namen der bei uns geförderten und betreuten Menschen danken wir diesem besonderen Engagement", so Geschäftsführer Gregor Beck.
Bücherwurm trifft Leseratte
Der Inhalt von Büchern lässt sich ganz vielfältig erleben. Ob als Theaterstück, als selbstgebasteltes Buch, in einer Vorlesestunde oder mit "Max und Moritz" auf der Menükarte der Schulmensa - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Bücher machen Spaß
Eine Woche lang war die Aula der Fritz-Felsenstein-Schule Begegnungsort für Bücherwürmer, Leseratten und auch jene, die mit Büchern nur schweren Lernstoff verbinden. Unsere Lehrer haben eine Projektwoche auf die Beine gestellt, die ganz im Zeichen des Buches stand. Alle Schulklassen waren beteiligt. "Bücher sind für unsere Förderschüler schon deshalb eine wunderbare Sache, weil auch schwerst-mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche über das Vorlesen und Erzählen von Geschichten Zugang zu Literatur finden", so Sonderschullehrerin Beate Pfaller-Wohlfahrt. Für stark beeinträchtige Schüler wurde zum Beispiel ein Bilderbuchkino angefertigt.
Bürgermeister hält Lesung
Wenn die Auswahl der Themen stimmt, dann lassen sich alle begeistern. Klar, dass deshalb auch das Thema "Fußball in der Literatur" auf dem Programm stand. In Workshops beschäftigten sich die Schüler mit dem modernen E-paper, studierten das Theaterstück von der "Raupe Nimmersatt" ein und nahmen an Filmvorführungen teil. Als prominenten Gast hatten unsere Schüler Bürgermeister Ludwig Fröhlich zu einer Lesung aus dem bekannten Jugendbuch "Herr der Diebe" von Cornelia Funke eingeladen.
Für Begeisterung sorgten auch jene Aktionen, die zeigten, wie gut sich Literatur und Musik ergänzen. Mit Ausschnitten aus ihrem Programm "Der Pflaumenbaum" haben Karla Andrä und Josef Holzhauser vom FAKS-Theater Lieder und Texte von Berthold Brecht vorgetragen. "Eine ganz und gar gelungene Schulwoche", so das Fazit einer Schülerin. Man kann sicher sein, dass sie und ihre Mitschüler in den Ferien wieder öfter zu einem Buch greifen.
Schnuppertag für Erstklässler
Um den Kleinen den Einstig in das Schulleben einfach zu gestalten, hat unsere Schule einen Schnuppertag für Erstklässler veranstaltet. Elf Kinder waren mit ihren Eltern in die Aula unserer Fördereinrichtung gekommen, um Schule hautnah zu erleben.
Nach der Begrüßung durch Schulleiter Walter Falke hießen unsere Kinder der 1. und 2. Grundschulstufe die zukünftigen Mitschüler mit einem Lied herzlich willkommen. Im Rahmen einer kleinen Vorstellung zeigten sie mit Begeisterung, was sie in der Schule bereits gelernt haben. Anschließend verteilten sich die Kinder auf verschiedene Klassen, um dort spielerisch an ihrem ersten Schnupperunterricht teilzunehmen. Zwischenzeitlich hatten die Eltern Gelegenheit, sich auszutauschen und über den Schuleintritt ihrer Kinder zu informieren. Ab dem kommenden Schuljahr werden 16 Kinder aus der gesamten Region Augsburg bei uns eingeschult. Schwerpunkt unseres Kompetenzzentrums ist die motorische Förderung körper- und mehrfachbehinderter Kinder.
Afrikanisches Sommerfest im Fritz-Felsenstein-Haus
"Afrika - das passt einfach zur Stimmung in diesem Fußballsommer", so die Meinung von Michelle Maiwald aus Haunstetten, für die das fröhlich-bunte Treiben auf unserem Sommerfest jedes Jahr eine willkommene Abwechslung ist. "Und nach einem gelungen Fußballabend freut man sich erst recht auf afrikanisches Flair." FFH trifft Afrika ist das Motto des diesjährigen Sommerfestes, das Jahr für Jahr mehrere hundert Besucher in unser Kompetenzzentrum lockt.
Attraktionen für Groß und Klein
Rund um das FFH war eine Spielestraße mit 20 Stationen aufgebaut, die jede Menge Spaß bereithielt. Von der Raubtierfütterung, über das Wüstenrennen bis hin zum Wurfspiel Kick die Karawane - nahezu ausnahmslos griffen Themen und Dekoration der Stände den schwarzen Kontinent auf. Die Kleinen eilten eifrig von Stand zu Stand oder verweilten bei diversen Bastelangeboten. Die Erwachsenen sahen sich auf dem Flohmarkt nach Liebhaberstücken um, kauften Tombolalose, hielten leckere Fruchtspieße in den Schokoladenbrunnen oder genossen bei Kaffe, Kuchen oder Gegrilltem die Rockklänge der Band Phönix.
Afrikanische Trommelgruppe und Musical
Richtig afrikanisch wurde es dann mit den stampfenden Rhythmen der Trommelgruppe "Kukurudu". Unter der Leitung von Alexander Kofi Acquah brachte die 14-köpfige Truppe in bunten Afrika-Gewändern Stimmung ins Publikum, das begeistert mitklatschte. Im Anschluss daran traten die Kinder der SpVgg Lagerlechfeld-Graben auf, die den Part "Afrika" aus ihrem Musical "Eine Reise um die Welt" zum Besten gaben und dafür viel Beifall ernteten.
Neben all den Attraktionen konnten Interessierte auch mehr über das Angebot des Kompetenzzentrums erfahren. Vor allem die Infostände des neu gegründeten Beratungsteams, das zum Teil auch Angebote für Externe vorhält, waren häufige Anlaufstellen für Ratsuchende. Zum Gelingen des Festes haben neben vielen engagierten FFH-Mitarbeitern auch Ehrenamtliche beigetragen wie beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn. Mit dabei auch zwei Schüler des Gymnasiums St. Stephan, die mit ihrem luftdruckbetriebenen Fußmodell Menschen mit Handicap die Möglichkeiten zum Tore schießen gaben. Ihre Erfindung wurde bereits bei "Jugend forscht" ausgezeichnet.
Gemeinsam feiern
"Neben all den bunten Attraktionen, die wir bieten, ist unser FFH-Sommerfest vor allem eine ungezwungene Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung", so unser Geschäftsführer Gregor Beck. "Inklusion behinderter Menschen wird an diesem Nachmittag einfach gelebt - fröhlich, bunt und heute mal ganz afrikanisch."
Theaterprojekt der Eingangsstufe II
Für drei Monate hieß es bei uns einmal in der Woche:
"Kinder, Mutter, Vater,
wir spielen jetzt Theater
Wollen schöne Szenen machen
und die Leute werden lachen
Vorhang auf!".
Für Herrn Teichmüller und für Frau Schmucker von culturteam.de war von Anfang an eins klar: Am Ende werden alle Kinder und Erwachsene zusammen vor Publikum auf der Bühne stehen.
Aber bis es soweit war, durften wir zunächst alles mögliche und unmögliche ausprobieren, z.B.: gehen wie ein Gorilla mit Zahnschmerzen, gegen eine nicht vorhandene Wand laufen, Autoscooter fahren, aber nicht vergessen, vorher einen Chip einwerfen.
Wir spielten "Pferdchen", sprangen über Wassergräben und durch Feuerreifen und wurden zur Belohnung gestriegelt - das war vielleicht ein Genuss! Wir durften auch nach klaren Regeln miteinander kämpfen, wir Jungs konnten davon gar nicht genug bekommen.
Ja und dann erzählte uns "Herr T" - so durften wir ihn nennen- die Geschichte vom "Heuschreck und der Ameise". Diese Fabel sollte unser Bühnenstück werden. Emsige Ameisen, hüpfende und Fidel spielende Heuschrecken, Nüsse sammelnde Eichhörnchen, tanzende Schmetterlinge, all dies durften wir ausprobieren. Jeder wählte sich eine Rolle aus, um sich dann in seiner Tierfamilie nochmals in die besonderen Eigenarten zu vertiefen. Das machte uns viel Freude, denn alle Tierkinder hatten ihre Tiermutter, die sie durch das Theaterstück führte. Wir durften uns jedes Mal mit dem einbringen, was uns im Moment einfiel und das war oft sehr lustig. Dann war es endlich soweit, der große Tag der Aufführung kam. Der schwarze Vorhang ging tatsächlich auf und wir präsentierten voller Freude das Theaterstück unseren Lehrern, Eltern und Omas und wie ihr euch vorstellen könnt, bekamen wir viel, viel Applaus - ein tolles Gefühl.
PSD Bank spendet € 5000 an Fritz-Felsenstein-Haus
Die PSD Bank München eG mit Sitz in Augsburg hat unserem Kompetenzzentrum eine Spende in Höhe von 5000 Euro zukommen lassen. Das Einzugsgebiet der Einrichtung reicht von Dillingen bis Landsberg.
"Wir unterstützen diese Einrichtung, weil sie die zentrale Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicap in der Region ist", sagte Thomas Hausfeld, Vorstandssprecher der Bank bei seinem Besuch im Fritz-Felsenstein-Haus. "Das hohe Niveau bei der Förderung und Betreuung der Menschen kann eine private Einrichtung wie das FFH nur durch Spenden aufrecht erhalten."
Die PSD Bank München eG mit Sitz in Augsburg ist im Jahre 1936 entstanden. In ihrem Geschäftsgebiet Schwaben und Oberbayern betreut sie rund 85.000 Privatkunden. Die regional agierende Direktbank bietet ihren Kunden an, Bankgeschäfte in den Filialen in Augsburg und München, durch einen mobilen Außendienst, per Telefon, per Brief oder Internet zu tätigen.
Finanzierung der Musiktherapie
Mit der Geldspende will unser Geschäftsführer Gregor Beck, Geschäftsführer zwei spezielle Therapiestühle für die Förderstätte anschaffen. Dort leben und arbeiten Erwachsene mit schweren Beeinträchtigungen, die je nach Möglichkeiten u.a. in einer Schreinerwerkstatt tätig sind. Zudem wird die Hälfte des Betrags in die Finanzierung der Musiktherapie fließen, mit der das Haus besonders gute Erfahrungen macht. Musiktherapie ist eine von den Krankenkassen nicht finanzierte Therapieform, die jedoch sehr positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen im Fritz-Felsenstein-Haus hat. "Wir bedanken uns im Namen der Betreuten und deren Familien bei der PSD Bank für dieses außergewöhnliche Engagement", so Gregor Beck.
Schulsportfest im FFH - Polizeischüler helfen
Wenn 100 Bereitschaftspolizisten ausrücken, dann kann es schnell ernst werden. Diesmal jedoch lag der Einsatzort nur einige 100 Meter entfernt und der Anlass war den beteiligten Polizeischülern durchaus willkommen. Unsere Schule veranstaltete im Stadion ihr alljährliches Sportfest und auch diesmal erfuhren unsere Sportler tatkräftige Unterstützung von den jungen Polizeianwärtern des 18. Ausbildungsseminars der Königsbrunner Bereitschaftspolizei.
Helfen ist selbstverständlich
Einen Vormittag lang wurden sie als Riegenführer, Wertungsrichter und Helfer gebraucht, denn ein solches Sportfest mit körperlich beeinträchtigten Menschen ist nur dank vieler helfender Hände realisierbar. Vor allem die Rollifahrer benötigen bei den Einzelsportarten viel Unterstützung. "Wir sind sehr froh, mit der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn einen verlässlichen Partner vor Ort zu haben", so unsere Sportlehrerin und Organisatorin Annette Glück. Man schätzt sich, hilft sich und hat Spaß miteinander. Auch beim Bayerischen Polizeisportfest im vergangenen Jahr half man sich, als Schüler aus dem FFH als Fahnenträger dabei waren.
Positive Erfahrung
Die Kooperation zahlt sich für beide Seiten aus. Polizeikommissar Appelt vom 18. Ausbildungsseminar sieht in solchen Aktionen eine gute Gelegenheit, die sozialen Kompetenzen der Polizeischüler im Umgang mit behinderten Menschen zu trainieren. Die ungezwungene Atmosphäre eines Sportfestes eignet sich gut, um Hemmschwellen abzubauen, einander kennenzulernen und Sicherheit zu gewinnen.
Siegreiche Teams an beiden Schulen
Gegen Mittag verabschiedeten die FFHler ihre Helfer unter tosendem Applaus; im Gegenzug wurden die Förderschüler der Kemptener Astrid-Lindgren-Schule zu einem schwäbischen Mannschaftswettbewerb begrüßt. Fußball, Boccia, sowie Hockey und Basketball für Elektro-Rollifahrer standen auf dem Programm. Das Boccia-Turnier konnten die Kemptener für sich entscheiden, der Sieg der Basketballer ging an die Felsenstein-Schüler. Besonders spannend wurde es im Fußball: Hier gewannen nach einem packenden Elfmeterschießen die Königsbrunner mit 3:1. "So sollte es unsere National-Elf auch immer machen", meinte lachend ein beteiligter FFH-Schüler.
"Felsenstein on the road"
Die Sonne hat sich diesmal irgendwo hinter schweren Regenwolken verkrochen, doch das stört die Motorrad- und Trikefahrer vor dem Fritz-Felsenstein-Haus nicht. Gut gelaunt, mit einer Tasse Kaffe zur Stärkung in der Hand, werden fachmännisch Chrom und Metall der teils abenteuerlich anmutenden Motorräder, Trikes und Gespanne bestaunt. Nur dass es in diesem Jahr ein paar Fahrer weniger sind - einige konnten wegen des starken Regens im Allgäu gar nicht erst anreisen.
Freude am Fahren teilen
Die Biker treffen sich alljährlich, um Menschen mit Handicap aus unserem Haus auf eine Motorradausfahrt durch den südlichen Landkreis mit zunehmen. Gleich zu Beginn findet das erste Kennenlernen statt, manchmal ist es auch ein großes Hallo, denn einige der Fahrer haben seit Jahren den gleichen Sozius. Annika, 15 Jahre alt, stellt sich "ihrem" Fahrer vor, stülpt den Helm über und setzt sich abfahrbereit hinter Martin Seidel. Der passionierte Trikefahrer aus Auerbach fährt bereits zum 6. Mal mit, Annika ist zum zweiten Mal dabei. "Neugierde, Spaß und das Gefühl uns allen einen schönen Tag zu bescheren", so beschreibt er seine Motivation, Jahr für Jahr dabei zu sein. Er fährt in seiner Freizeit auch andere Touren mit, die Menschen mit Behinderung auf seinem Trike dieses Fahrerlebnis ermöglichen. "Ich habe Spaß am Motorradfahren und diese Freude möchte ich heute mit Anika teilen", sagt er und schwingt sich auf sein knallgelbes Trike. Die Schülerin ist glücklich, eine der begehrten Mitfahrgelegenheiten bekommen zu haben. Die Motoren werden gestartet und schon setzt sich die lange Schlange motorisierter Zwei- und Dreiräder in Bewegung.
Den ehrenamtlichen Helfern sei Dank
Bereits zum 12. Mal veranstalten unsere Organisatoren "Felsenstein on the road"; die Aktion wurde von der AZ bereits mit der Silberdistel ausgezeichnet. Unsere Mitarbeiter sind zum Teil selbst passionierte Biker. Mit Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und des BRK, die diese Aufgabe seit Jahren übernehmen, kann der Motorradkonvoi sicher durch die Stauden geführt werden. Mit dabei sind auch Polizeibeamte auf Motorrädern. "Ohne deren Unterstützung könnte diese Aktion, die unseren Menschen mit Behinderung sehr viel bedeutet, nicht gestemmt werden", so Rudi Neef vom Beratungsteam unseres Hauses.
Wegen des schlechten Wetters musste die ursprünglich vorgesehene Route etwas verkürzt werden. Nach einer ausgedehnten Mittagspause in den "Erkstuben" beim TV Willmatshofen, bei der sich auch die Gelegenheit zu Gesprächen zwischen Fahrern und FFH-lern bot, kehrte der Konvoi wieder nach Königsbrunn zurück.
Generationenprojekt: FFH-Schüler und Senioren kommen sich näher
"Ein bisschen mehr darf da schon drauf", meint Frieda Gossert, und legt noch eine Scheibe Schinken nach. Gemeinsam mit Schülerin Marlene bereitet die 72-jährige Seniorin Pizzabrötchen für das gemeinsame Mittagessen vor. Man könnte meinen, hier stehen Oma und Enkelin gemeinsam am Herd, doch die beiden kennen sich noch nicht lange.
Der Herd steht in der behindertengerechten Schulküche unserer Hauses, in der drei Schüler-Senioren-Teams konzentriert, aber mit viel Freude an der Zubereitung ihres 3-Gänge-Menüs arbeiten. Als Gastgeber wollen unsere FFH-Schüler heute ihr Bestes geben. Sie haben sich gut vorbereitet, den Einkauf besorgt und einen genauen Ablaufzettel für die anstehenden Arbeiten geschrieben. Marlene, Lisa und Tobias sind sich sicher, dass es klappt.
Respekt und Verständnis
Das Mittagessen ist der Abschluss eines Projekts, das das Miteinander der Generationen fördern soll. Initiator ist Michael Hannß, Refrendar an unserer Schule, der in Zusammenarbeit mit dem Caritas-Seniorenheim die Vorgabe des Lehrplans in die Tat umgesetzt hat. Ziel ist es, Alt und Jung zusammenzubringen, um sich besser kennenzulernen. Schüler und Senioren hatten sich zuvor schon einige Male getroffen: Mal erzählten die Älteren, wie sie früher Schule erlebt haben, mal zeigte man sich gegenseitig die Einrichtungen in der man lebt und lernt.
Bedingt durch den modernen Lebensstil sind sich Jung und Alt heute oft fremd geworden. "Solche geselligen Aktionen dienen der Lebensfreude, sind aber auch besonders gut geeignet, um Verständnis und Respekt füreinander zu entwickeln", so unser Schulleiter Walter Falke. Er ist sich sicher, dass ähnliche Kooperationen in Zukunft häufiger stattfinden.
Kinder im Mittelpunkt e.V. unterstützt Mädchenfußball im FFH
Auf die Fußball-WM in Südafrika freuen sie sich schon sehr, ein besonderes Highlight aber wird die in Deutschland ausgetragene Frauen-WM im kommenden Jahr - darin sind sich die zwölf Fußballerinnen unserer Heilpädagogischen Tagesstätte einig. Der Verein Kinder im Mittelpunkt e.V. hat die motivierten Sportlerinnen nun mit einer Spende in Höhe von 500 Euro unterstützt.
Trainingsausstattung angeschafft
Mit dem Geld konnte eine gute Trainingsausstattung angeschafft werden. Dazu gehören spezielle Schaumstoff-Fußbälle, die für Menschen mit Handicap leichter zu spielen sind und das Verletzungsrisiko verringern, sowie Kegel, Torwarthandschuhe und passende Trikots. Benjamin Schmid und Andreas Stocker, ehrenamtliche Mitglieder von Kinder im Mittelpunkt e.V. haben unsere Schülerinnen beim Training besucht und erlebten eine fröhliche und begeisterte Fußballgruppe. Der Verein wurde von Mitarbeitern der Stadtsparkasse gegründet und unterstützt Kinderprojekte in der Region.
Das Mädchen-Team wurde zu Beginn des Schuljahres im Rahmen des Freizeitangebots unserer FFH-Tagesstätte gegründet. "Mit körperlichen Einschränkungen Fußball zu spielen bedarf einer besonderen Anleitung und Begleitung, aber die Schülerinnen sind mit Feuereifer dabei", so Carola Demmel, Stellvertretende Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte. Sie ist selbst aktive Fußballerin und trainiert die Mädchen. "Wir sind dem Verein Kinder im Mittelpunkt e.V. sehr dankbar für die geleistete Unterstützung."
Unsere Schülerfirma belegt den 3. Platz
Das Pausencatering, ein Teilbereich unserer Schülerfirma, hat beim bayerischen Wettbewerb der Schülerfirmen in Nürnberg den 3. Platz belegt. Mitschüler, Lehrer und Mitarbeiter unseres Kompetenzzentrums für Körperbehinderte sind stolz auf diese Leistung.
Unsere Schülerfirma ist mit den Dienstleistungen Büro, Verwaltung und Catering ein Erfolgsmodell. Vor allem mit dem Cateringservice wird sie sowohl im Alltag unserer Einrichtung als auch bei Veranstaltungen in und außerhalb des FFH aktiv. Auf Bestellung werden Schüler und Mitarbeiter einmal pro Woche mit warmen und kalten Pausensnacks versorgt. Zudem ist das Angebot auch auf FFH-internen Veranstaltungen gefragt: Die leckeren Häppchen, die hier serviert werden, stammen stets aus der Küche der Schülerfirma. Guter, freundlicher Service und Zuverlässigkeit sind das Markenzeichen dieser motivierten Schülertruppe. Finanziell unterstützt wird die Schülerfirma von der Firma Sonepar.
Anerkennung für besondere Leistung
Dass unsere Schüler auch an großen Rädern drehen können, haben sie kürzlich beim Wettbewerb der bayerischen Schülerfirmen in Nürnberg bewiesen: Gemeinsam mit rund 70 bayerischen Schulen aller Schularten haben sie sich den kritischen Augen der Jury gestellt und prompt den 3. Platz belegt. Der Präsentation in Nürnberg ging ein beachtlicher logistischer Aufwand voraus, denn die zuvor hergestellten und eingefrorenen Speisen mussten verladen und dort an einem Messestand ansprechend vorgestellt werden.
Der hauswirtschaftliche Bereich bietet für viele unserer FFH-ler ein gutes Betätigungsfeld. "Der dritte Platz beim Schülerfirmen-Wettbewerb ist für sie eine tolle Anerkennung ihres Engagements", so Lehrerin Angelika Jenning, die ihre Schützlinge nach Nürnberg begleitet hat. Dass die Schüler auch an andere Kinder und Jugendliche denken, haben sie kürzlich mit einer Spende bewiesen: Aus ihrer Trinkgeldkasse übergaben sie 150 Euro an ein Waisenhaus in Tansania.
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