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Aktuelles

Wintershall spendet für Therapiemaßnahmen im Fritz-Felsenstein-Haus

Wintershall

Königsbrunn, 5. Dezember 2008. Die Belegschaft der Wintershall Holding AG am Standort Großaitingen hat unserem Haus eine Spende in Höhe von 2000 Euro übergeben. Unser Kompetenzzentrum benötigt das Geld für dringend notwendige Therapiemaßnahmen. „Therapiegeräte und technische Hilfsmittel zum Beispiel, die von den Kassen nicht erstattet werden oder alternative Therapiemethoden wie die Musiktherapie, können ausschließlich durch solche Spenden finanziert werden“, erläuterte Werner Alig, erster Vorstandsvorsitzender des Fritz-Felsenstein-Haus e.V. Im Namen aller FFHler bedankte sich Alig für die geleistete Unterstützung.

Überschuss aus der Getränkekasse
Die Spendenübergabe fand am „Bohrloch 9“ bei Großaitingen statt. Dort fördert Wintershall, Deutschlands größter Ölproduzent, täglich rund 87 Tonnen Rohöl. Im Gestein des Lechfelds um Schwabmünchen schlummern weitere Reserven, deren rentable Förderung momentan untersucht wird. Initiator der Spendenaktion ist der langjährige Wintershall-Mitarbeiter Georg Brüder, der die Getränkekasse der siebenköpfigen Belegschaft verwaltet. Die Männer beschlossen, den Überschuss von rund 1.000 Euro an das FFH zu spenden. Betriebsleiter Thomas Ruttmann, der die Wintershall-Förderbetriebe in Süddeutschland betreut, sicherte von Seiten des Unternehmens weitere 1000 Euro zu. „Mit dieser Spende wollen wir auch unseren Respekt für die Arbeit ausdrücken, die im Fritz-Felsenstein-Haus geleistet wird“, so Ruttmann. „Wir freuen uns, den Kindern und Jugendlichen mit unserem Beitrag zu besseren Startmöglichkeiten in ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu verhelfen. “


FFH-Schüler in Barcelona

Barcelona

Königsbrunn, 2. Dezember 2008. Statt die heimische Schulbank zu drücken, durften einige unserer Schüler die kulturelle Vielfalt Barcelonas und die herzliche Gastfreundschaft ihrer spanischen Partnerschule erleben.

Die Reise fand im Rahmen des EU-Bildungsprogramms COMENIUS statt, das lebenslanges Lernen fördert und Schulpartnerschaften unterstützt. Die Fritz-Felsenstein-Schule ist eine von sieben Schulen im Landkreis Augsburg, die über COMENIUS gefördert werden. Das aktuelle Projekt, das in diesem Herbst an den Start ging, heißt „Leben lernen“. Die Leitung liegt diesmal bei den Gastgebern – einer spanischen Schule für sonderpädagogischen Förderbedarf in Barcelona. Die sieben Schüler und vier Begleitpersonen aus Königsbrunn trafen dort auf weitere Teilnehmer des COMENIUS-Projektes: ein Kindergarten aus Lettland und eine Gesamtschule aus Rumänien.

Barcelona für Einsteiger
Zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundeten unsere Königsbrunner die Sehenswürdigkeiten der spanischen Metropole und unternahmen gemeinsam mit den Gastgebern einen Ausflug nach Montserrat, dem spirituellen Zentrum der Katalanen. Auch der Bürgermeister des Stadtteils Garcia, dem Standort der spanischen Partnerschule, hieß die deutschen Gäste herzlich willkommen. Passend zum Projektthema „Leben lernen“ begannen die Schüler mit der Arbeit an einem Lebenslinienbuch, das ihrer beruflichen Orientierung dienen soll. Abends fanden Spanier, Königsbrunner, Rumänen und Letten dann genügend Zeit zum Austausch und gemeinsamen Musizieren: Karaoke, Disco oder selbst gespielte Stücke, zu denen dann gesungen wurde.

Vorbereitung auf selbstbestimmtes Leben
„Als alte COMENIUS-Hasen haben wir bereits ein gut funktionierendes Netzwerk, auf das wir bauen können“, so Dr. Renate Menges, Konrektorin an unserer Schule. Das FFH hat bereits Erfahrungen aus einem vorhergehenden COMNENIUS-Projekt, an das die Beteiligten nahtlos anknüpfen konnten. „Das aktuelle Thema ´Leben lernen´ ist ja auch unsere zentrale Aufgabenstellung unserer Einrichtung: Alltagsbewältigung und die Selbstversorgung muss von klein auf erlernt werden. Wir wollen unsere Schüler zu möglichst viel Selbständigkeit hinführen, damit sie trotz Handicap später selbstbestimmt leben können“, so die Sonderpädagogin.

Das Projekt läuft bis Juli 2010. Der nächste Austausch findet in Königsbrunn statt, dann erwartet das FFH die Partner aus Rumänien, Spanien und Lettland. Geplant sind auch Reisen in die beiden osteuropäischen Länder.


Film über Musiktherapie im FFH

Musiktherapie

Königsbrunn, 2. Dezember 2008. Unter der Leitung unserer Lehrerin Gerda Dörsch und in Zusammenarbeit mit Musiktherapeut Rupert Holzhauser bietet unsere Einrichtung einigen unserer Kinder und Jugendlichen Musiktherapie an. Ziel dieser Methode ist es, Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit der Mitteilung zu geben und ihnen dadurch zu mehr Identität zu verhelfen.

Der Bobinger Filmemacher Georg Merz hat nun den Film „Heut’ gibt’s Musik“ gedreht und damit einen hervorragenden Beitrag geleistet, um Nutzen und Notwendigkeit der Musiktherapie bei Menschen mit Behinderungen einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Bei der Preview dieses Films bekamen die Zuschauer nachdenklich machende, aber auch aufklärende Informationen über die segensreiche Arbeit der Musiktherapie. Äußert sensibel ist Georg Merz mit seinem Kameramann Arno Wehrmann bei den Filmaufnahmen in die Arbeit des Therapieteams „eingestiegen“. In beeindruckender Weise zeigt er, wie behinderte Kinder und Jugendliche, zu denen man normalerweise wenig oder gar keinen Zugang findet, sich beim Klang der Musik "öffnen". Sie reagieren durch Laute, Augenbewegungen, rhythmische Reaktionen der Gliedmaßen oder des ganzen Körpers und lächeln. Anschließend erklärte Rupert Holzhauser den Anwesenden die Vorgehensweise der erlebnisorientierten Musiktherapie und dankte allen Beteiligten des Projekts.

Schulleiter Manfred Pschibul wies auf die inzwischen 40-jährige erfolgreiche Arbeit des FFH mit Behinderten hin. Diese sei Ansporn zu weiteren, neuen Erfolg versprechenden Therapien. Bisher ist die Musiktherapie bei schwerst-mehrfach behinderten Menschen als "nicht förderungswürdig" eingestuft. Sie wird deshalb ausschließlich auf Spendenbasis betrieben. Der Film belegt, dass diese Therapiemethode durchaus sinnvoll und förderungswürdig ist. Ziel des Films ist es, auch die politisch Verantwortlichen aufzuklären und für das Thema Musiktherapie zu sensibilisieren.

Für Januar 2009 ist eine weitere Veranstaltung geplant, zu der auch Sponsoren und die interessierte Öffentlichkeit geladen werden.


Bereitschaftspolizei überbringt Erlös des Benefizkonzertes an unser Haus

Bereitschaftspolizei

Königsbrunn, 21. Nowember 2008. Beim Benefizkonzert des Musikkorps der Bayerischen Polizei in Königsbrunn kamen rund € 4.500 zusammen, die nun an unser Haus übergeben wurden. Polizeidirektor Hubert Obermayer, Polizeihauptkommissar Helmut Kubsch und Chefdirigent Professor Johann Mösenbichler waren ins FFH gekommen, um den Verantwortlichen das fest geschnürte Spendensäckchen zu überreichen. Auch Karl Michael Scheufele, Präsident der Regierung von Schwaben, war als Schirmherr der Veranstaltung bei der Spendenübergabe anwesend. In unserem Kompetenzzentrum wird das Geld dringend für therapeutisches Material benötigt.

Breit gefächertes Musikrepertoire
Nahezu ausverkauft war das Konzert, bei dem rund 600 Gäste in den Genuss eines hervorragenden Musikprogramms gekommen waren. Das 45-köpfige Musikkorps der Bayerischen Polizei streifte durch zwei Jahrhunderte Musikgeschichte und bot von Dixieland über Filmmusik, Ouvertüren bis hin zu romantischen Stücken ein vielseitiges Repertoire. „Die beeindruckende Besucherzahl, die diesen Spendenbetrag erst ermöglicht hat, zeigt die enge Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Fritz-Felsenstein-Haus“, so der Regierungspräsident Karl Michael Scheufele. Franz Reiter vom Vorstand unseres Trägervereins und Geschäftsführer Gert Stephan dankten im Namen aller Betreuten für dieses beeindruckende Engagement der Königsbrunner Bereitschaftspolizei. „Es ist eine schöne Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Mitglieder unserer Gesellschaft eine Chance bekommen, die Zukunft aktiv mit zu gestalten“, so Polizeidirektor Hubert Obermayer, auf dessen Veranlassung das Benefizkonzert zu Gunsten unserer Einrichtung stattfand. Einen wesentlichen Beitrag zur rundum gelungenen Veranstaltung leistete Polizeihauptkommissar Helmut Kubsch, der mit seinen Mitarbeitern für die Organisation verantwortlich war.

Langjährige Partnerschaft
Seit vielen Jahren besteht ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn und unserm Haus, das sich unter der Leitung von Polizeidirektor Hubert Obermayer intensiviert hat. Von gemeinsamen Projekttagen, gelegentlichen Besuchen der FFH-Schüler bei der Polizei oder der logistischen Unterstützung bei Großveranstaltungen wie dem Landeschulsportfest für Körperbehinderte im vergangenen Sommer profitieren beide Seiten: Die Kontakte fördern den gegenseitigen Respekt und schulen zudem die Sozialkompetenz der angehenden Polizisten. Dass bei allen Beteiligten Spaß und Freude dabei eine wesentliche Rolle spielen, erleichtert den ungezwungenen Umgang miteinander.


Vierbeiner und Rollifahrer auf gemeinsamer Herbstwanderung

FELLSI

Königsbrunn, 14. Nowember 2008. Unsere Offene Behindertenarbeit hat erneut den traditionellen Herbstausflug organisiert, an dem behinderte Menschen, deren Angehörige sowie engagierte Hundehalter mit ihren Vierbeinern mit von der Partie waren.

Vom Klinikum Süd in Haunstetten ging es auf einer rolligerechten Strecke bei strahlendem Wetter in die Schiessplatzheide. Insgesamt 25 Teilnehmer, einige davon ehemalige Felsensteiner, genossen die herbstliche Blütenpracht entlang der Wanderwege. Bei einem ausgiebigen Picknick in der Nähe eines Badeteiches konnten sich Wanderer und Rollifahrer anschließend erholen, während die Hunde im Wasser tobten oder mit vielen Leckerlis und Streicheleinheiten verwöhnt wurden.

FELLSI ermöglicht Kontakt zu Vierbeinern
Die 11 Hundehalter, die mit 12 Hunden beim OBA-Ausflug teilnahmen, sind Mitglieder unserer Hundebesuchsgruppe FELLSI. Sie engagieren sich ehrenamtlich für tiergestützte Pädagogik und ermöglichen in ihrer Freizeit den Kontakt zwischen Menschen mit Handicap und ihren Hunden - ausnahmslos ruhige und gutmütige Tiere. „Wir sind den FELLSI-Ehrenamtlichen sehr dankbar, für den Tag, den sie mit unseren Behinderten verbringen“, so Martina Erlmeier. Unsere OBA-Mitarbeiterin organisiert die Hundebesuchsgruppe seit nunmehr 10 Jahren und weiß, dass der Umgang mit den Vierbeinern positive Auswirkungen auf die Lebensqualität behinderter Menschen hat. Für viele Teilnehmer ist die Hundewanderung ein fester Termin im OBA-Freizeitkalender. Mittlerweile sind treue Freundschaften entstanden.

Die FELLSI-Mitglieder, die unentgeltlich auch längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, zum Teil ihre Familien mitbringen und stets zur Stelle sind, wenn sie um Teilnahme gebeten werden, sind überzeugt davon, dass das ungezwungene Miteinander behinderter und nicht behinderter Menschen auch in der Freizeit gelebt muss. Hinzu kommt, dass Hunde keinerlei Berührungsängste kennen: Die Rollifahrer fühlen sich vom ersten Augenblick an akzeptiert. „Ein gemeinsames Erlebnis wie diese Wanderung realisiert Teilhabe behinderter Menschen auch im Freizeitbereich“, davon ist Martina Erlmeier überzeugt.


Pokalkegeln für einen guten Zweck

Olbrecht

Königsbrunn, 10. Nowember 2008. Zum 22. Mal haben Christa und Walter Olbrecht aus Königsbrunn ihr traditionelles Pokalkegelturnier organisiert. Im Kegelzentrum am Eiskanal traten 14 Fünfermannschaften aus Augsburg, Königsbrunn, München, dem Unterallgäu und dem Günzburger Raum gegeneinander an. Die Veranstaltung, die zu Gunsten unseres Hauses ausgerichtet wurde, stand unter der Schirmherrschaft des Königsbrunner Bürgermeisters Ludwig Fröhlich. Der Reinerlös belief sich auf € 2.420.

Der Wanderpokal des Turniers ging in diesem Jahr an das Team „Scharf Schieber“ aus der Region Günzburg, die mit 4441 Gesamtholz den 1. Platz belegten. Auf Platz 2 kam die Mannschaft des Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung München (4387 Holz), Platz 3 belegte das Team der Gaswerke Augsburg (4347 Holz). Jeder Kegler musste 200 Schub absolvieren.

Soziales Engagement seit über zwei Jahrzehnten
„Bei unserem alljährlichen Kegelturnier steht immer der gute Zweck und die Kameradschaft der Teilnehmer im Vordergrund, die zum Teil schon über 20 Jahre besteht“, so Organisatorin Christa Olbrecht. Gemeinsam mit Ihrem Mann hat sie vor 22 Jahren die Idee realisiert, mit einem Kegelturnier Geld für soziale Einrichtungen zu sammeln. „Seit nunmehr 10 Jahren unterstützen wir das Kompetenzzentrum für körper- und mehrfach behinderte Menschen in unserem Heimatort und nehmen Anteil an den jeweiligen Projekten, die mit solchen Geldern finanziert werden“, so die engagierte Königsbrunnerin.

Der gespendete Betrag setzt sich aus den Startgebühren der Kegelmannschaften, Geldspenden einzelner Firmen und Banken und aus dem Tombolaerlös zusammen. Werner Alig, 1. Vorsitzender unseres Trägervereins nahm die Spende in Empfang und bedankte sich bei den Teilnehmern und Organisatoren des Pokalkegelns für deren Unterstützung und langjährige Treue: „Die Aktion ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Menschen auch in ihrer Freizeit anderen Menschen mit Handicap helfen können.“


Fachtag im FFH: Die Zukunft der Teilhabe in Schwaben

Fachtag

Königsbrunn, 23. Oktober 2008. Mit einem Fachtag hat unser Haus sein Veranstaltungsprogramm anlässlich des 40-jährigen Jubiläums ausklingen lassen. Rund 160 Teilnehmer waren gekommen, um über die Möglichkeiten für mehr Teilhabe behinderter Menschen zu diskutieren. Die Veranstaltung war speziell für Menschen mit Behinderung, deren Angehörige sowie Fachkräfte und Multiplikatoren konzipiert. Selbstbestimmung als Lebensmodell.

In Referaten und Workshops zu aktuellen Themen wurde erörtert, wie Teilhabe im täglichen Leben umgesetzt werden kann. Ottmar Heumann, Mitarbeiter der Sozialverwaltung des Bezirk Schwaben z.B. referierte über das persönliche Budget, über das in der Öffentlichkeit noch viel Unklarheit herrscht. Seit Anfang des Jahres haben Menschen mit Behinderung Anspruch auf die Gewährung eines frei verhandelbaren Budgets. „Das ist allerdings keine neue Leistung, sondern lediglich eine neue Form der Geldleistungen“, stellte Heumann klar. Mit dem persönlichen Budget können Menschen mit Behinderungen, die Anspruch auf Sachleistungen haben, selbst bestimmen, wann und wo sie Leistungen für Ihre Versorgung im Alltag in Auftrag geben. Diese Regelung soll für mehr Selbstbestimmung behinderter Menschen sorgen, bedarf allerdings der engen Zusammenarbeit zwischen Leistungsträger und Leistungserbringer. „Zum persönlichen Budget besteht noch viel Aufklärungs- und Beratungsbedarf, damit behinderte Menschen ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können“, so die Meinung einer Zuhörerin. Heumann kündigte zum Thema persönliches Budget spezielle Sprechtage in den Landratsämtern an.

Fachausstellung
Neben dem Workshopangebot konnte sich das Publikum auch über neue Assistenztechnologien und Hilfsmittel für Menschen mit Handicap informieren. Verschiedene Anbieter präsentierten Rollstühle, Handbikes und elektronische Hilfen für die computergestützte Kommunikation. „Eigentlich wollten wir auf eine Fachmesse nach Düsseldorf, jetzt schauen wir uns eben hier um“, so Monika Eim. Ihr Sohn Marcus besucht unsere Schulvorbereitende Einrichtung und ist begeistert vom präsentierten Softwareangebot; den PC steuert er mit einem speziellen Eingabegerät.

Politik muss Rahmenbedingungen für Teilhabe schaffen
Höhepunkt des Fachtages war die Podiumsdiskussion mit insgesamt 8 Teilnehmern, u.a. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt München Oswald Utz sowie Roswitha Dehnert vom Behindertenbeirat der Stadt Augsburg. „Erfolgsmodelle für die Inklusion behinderter Menschen“, forderte Jürgen Reichert. „Die Politik muss die Rahmenbedingen schaffen, gleichzeitig ist viel Kreativität und Eigeninitiative von allen Mitgliedern unserer Gesellschaft gefragt.“ Menschen mit Handicap haben ein Recht auf einen eigenen Willen, auf Zukunftsplanung und Eigenverantwortung, so der Tenor der Diskussion. „Wir als professioneller Dienstleister für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in der Region Augsburg wollen den Weg dafür bereiten, dass dies auch im Alltag ohne wenn und aber möglicht ist“, so Gert Stephan, Geschäftsführer des FFH. Schulen, Fördereinrichtungen, Vertreter von Politik, Verbänden und öffentlicher Verwaltung müssen in Zukunft noch enger kooperieren. „Der Fachtag hat mir neue Impulse für die zukünftige Behindertenarbeit in der Region geliefert“, so das Fazit einer Teilnehmerin.


Neue Förderstätte eröffnet

Förderstätte

Königsbrunn, 23. Oktober 2008. Das Fritz-Felsenstein-Haus hat seine Förderstätte neu eröffnet. Nach einem Jahr Umbauarbeiten kann unser Kompetenzzentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene nun ein modernes Förderkonzept verwirklichen, das Menschen mit schweren Behinderungen Beschäftigung bietet und einen geregelten, sinnerfüllten Tagesablauf ermöglicht. „Mit der Modernisierung unserer Förderstätte schaffen wir eine für die gesamte Region Schwaben beispielgebende moderne Einrichtung“, so unser Geschäftsführer Gert Stephan. „Dabei haben wir die Chance genutzt, die Räume und die Ausstattung optimal an unser Förderkonzept anzupassen.“ Das 1,2 Millionen Euro teure Projekt wurde mit 60 Prozent vom Freistaat Bayern, mit 5 Prozent vom Bezirk Schwaben und mit rund 18 Prozent von der Aktion Mensch unterstützt. Die verbleibende Finanzierungslücke von rund € 200.000 konnte unser Trägerverein Fritz-Felsenstein-Haus e.V. über private Spender aus der Region schließen.

Bezirk, Regierung und Landkreis sind wichtige Partner
Jürgen Reichert, Präsident des Bezirks Schwaben und Schirmherr der Eröffnungsfeier, lobte das Ergebnis der Bemühungen, schwerst-mehrfach behinderten Menschen eine Alternative zu Pflegeheimen und dem Aufenthalt zu Hause zu bieten. Er forderte 100prozentige Teilhabe dieser Menschen an unserer Gesellschaft und appellierte an die Wirtschaft, ihren Profit auch in soziales Sponsoring zu investieren. Auch Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg sowie Thomas Schütz, Abteilungsleiter der Regierung von Schwaben hoben den Modellcharakter unseres Projekts hervor. Innovatives Förderkonzept

Unsere Förderstätte des FFH stellt Montag bis Freitag Erwachsenen, die nicht in einer Behindertenwerkstätte aufgenommen werden können, 18 genehmigte Plätze zur Verfügung. „In unserer Einrichtung erleben Besucher eine zweite Lebenswelt, wie sie Menschen ohne Behinderung in ihrer Arbeitswelt finden“ erläutert Barbara Stöhr, Stellvertretende Förderstättenleiterin. Das neue Konzept entstand unter ihrer Leitung und berücksichtigt die jahrelange Erfahrung der Mitarbeiter. Die Gemeinschaft mit anderen Gruppenmitgliedern, ein strukturierter Tagesablauf und unterschiedliche Förderangebote in Funktionsräumen (z.B. werken, Arbeiten am PC, etc.) geben den Besuchern die Möglichkeit, ein weitestgehend normales Leben zu führen.

Jeder Mensch will etwas leisten
Die 1998 eröffnete Förderstätte ist eine junge Einrichtung, die im Laufe der Jahre ihren individuellen Weg gefunden hat, um schwerst-mehrfach behinderte Erwachsene bei der Gestaltung eines würdevollen Lebens in Gemeinschaft zu unterstützen. Neben der Betreuungsleistung steht das „gemeinsame Schaffen“ im Vordergrund, wobei jeder Förderstättenbesucher eine anerkannte, individuelle Leistung erbringt und so zu einem sinnerfüllten Leben findet. Dabei wird die „Leistung“ eines jeden Einzelnen allein an seinen Fähigkeiten gemessen. Die Betreuer bieten die notwendige Hilfe an; wo es möglich ist, wird auch auf selbstständiges Handeln großen Wert gelegt.


Therapie muss Spass machen

Alf Leber

Königsbrunn, 23. September 2008. Alf Leber, Leiter der Therapieabteilung im Königsbrunner Fritz-Felsenstein-Haus für Körperbehinderte hat nach 24 Jahren am FFH seinen Ruhestand angetreten. Der Diplom-Psychologe wirkte bei einem guten Teil der 40-jährigen FFH-Geschichte mit: Zunächst als Leiter des Fachdienstes, einer internen Beratungsstelle für Eltern und Mitarbeiter, seit 1996 als Leiter der Therapieabteilung und viele Jahre auch als engagiertes Mitglied im Vorstand des Fördervereins, einige Zeit davon als 2. Vorstandsvorsitzender. Die Nachfolge tritt die Physiotherapeutin und langjährige Kollegin Dagmar Simnacher an.

Therapieangebot ist Teil des Förderkonzepts
In unserer Einrichtung für Körper- und Mehrfachbehinderte mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung spielt die medizinische und therapeutische Betreuung eine zentrale Rolle. Um das Fortschreiten mancher Behinderungen zu verlangsamen, haben viele unserer Kinder und Jugendlichen einen hohen Therapiebedarf. Das 40-köpfige Therapeutenteam bestehend aus Logopäden sowie Physio-, Ergo- und Psychotherapeuten arbeitet intensiv daran, die Mobilität und Selbstständigkeit der FFHler im Alltag zu verbessern. Dazu gehören z.B. Sprach- und Wahrnehmungsförderung, die Verbesserung der Motorik und das Trainieren alltäglicher Bewegungsabläufe. Abgerechnet werden die Therapieeinheiten mit den Krankenkassen.

„Das ist ein enormer Verwaltungsaufwand, der sich seit der Umstellung der Krankenkassen auf Einzelabrechnungen vervielfacht hat“, so Alf Leber. 800 Einzelheiten pro Woche absolviert das Therapeutenteam, hinzu kommen 150 Gruppentherapien. Für jeden Schüler wird in Absprache mit Arzt, Schule und Tagesstätte ein individueller Förderplan erstellt, der reibungslos in den Schul- und Förderstättenalltag integriert werden muss.

Eltern entlasten
Ohne dieses Angebot müssten die Eltern selbst für die Erfüllung des Therapieplans sorgen. „Das hieße mit den Kindern nachmittags noch Physio- oder Ergotherapie-Praxen aufzusuchen“, erklärt Alf Leber. Eine Belastung, die das FFH als moderner Dienstleister für Menschen mit Handicap keinesfalls den ohnehin schon überdurchschnittlich geforderten Eltern zumuten will.

Trotz der mitunter schwierigen Situation, bedingt durch das sich ständig wandelnde Gesundheitssystem, gelang es unserem Therapieleiter stets, sein Team zum Wohle der Kinder und Jugendlichen zu motivieren. „Die Mitarbeiter müssen Spaß an ihrer Arbeit haben, denn Kinder sind da besonders sensibel“, so Alf Leber.

Kinder stehen im Mittelpunkt
Die beste Therapie ist die, die nicht als solche wahrgenommen wird, das weiß das Team von Alf Leber. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind in Langzeitbehandlung – da ist vor allem Ausdauer gefragt. Deshalb bietet die Abteilung auch attraktiven Sport wie Fußball, Rolli-Basketball und E-Hockey an, nutzt das FFH-Schwimmbad oder geht zum Klettern. Gute Therapiegeräte und freundlich ausgestattete Zimmer, wie der mit Spenden finanzierte Aktivraum erleichtern die Bedingungen.

Alf Leber hat viel bewegt in 24 FFH-Jahren. Aber auch privat war er stets engagiert: als Mitglied des Gemeinderates in Aystetten sowie kommunalpolitisch bei den Grünen. Der frisch gebackene Ruheständler freut sich auf den neuen Lebensabschnitt, den er allerdings nicht beschaulich auf dem Sofa verbringen will: die Renovierung seines Hauses in Straßberg steht auf dem Plan.


Zwei neue Publikationen zum 40-jährigen Jubiläum - Festschrift und Kalender

Festschrift

Königsbrunn, 12. März 2008. Feste feiern ist das eine, die Geschichte eines Hauses in Bildern und Texten festhalten das andere.

Das Fritz-Felsenstein-Haus tut beides und präsentiert mit der druckfrischen Festschrift ein Magazin, das den Werdegang unseres Hauses vom Selbsthilfeverein zum modernen Dienstleister für Menschen mit Körperbehinderungen dokumentiert und aufarbeitet. Ein engagiertes Redaktionsteam hat in Archiven und Fotoalben gestöbert und bislang unveröffentlichtes Material verwendet.

Pioniere und Wegbegleiter der Einrichtung kommen zu Wort, ehemalige Schüler berichten über die ersten Jahre in Internat und Schule. Aber auch die Gegenwart und unsere Visionen für die Zukunft haben ebenso Platz gefunden, wie die Glückwünsche der Kinder und vieler prominenter Unterstützer. Auf 30 Seiten lernt der Leser die zahlreichen Facetten des Fritz-Felsenstein-Hauses kennen. Für einen geringen Unkostenbeitrag von € 2,- liegt das Heft zur Abholung bereit. Viel Spaß beim Lesen!


Kalender

Der Kalender anlässlich des 40-jährigen Gründungsjubiläums 2008 zeigt Menschen, die in unserem Haus rund um die Uhr umsorgt und gefördert werden. Unser Bestreben ist deren Teilhabe an allen Lebensbereichen. Mit dem Kalender wollen wir für mehr Präsenz von Menschen mit Behinderung im öffentlichen Raum sorgen und auch etwas Neugier für die Arbeit im Fritz-Felsenstein-Haus wecken.

Die eingefügten farbigen Bilder sind kreative Arbeiten unserer Kinder und Jugendlichen.

Die Finanzierungskosten des Kalenders wurden vom Kiwanis Club Augsburg Renaissance gesponsert. Diese Unterstützung ermöglicht es, unser Ziel der verstärkten Teilhabe für Menschen mit Handicap besser zu erreichen. Preis: € 5,-

 

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