Projekte
Wir bitten Sie um Unterstützung für unser Projekt
„Jeder Mensch will etwas leisten“ – Modernisierung und Umbau der Förderstätte des FFH
Wenn alle unsere Unterstützer sich engagieren, kann unser Verein dieses Projekt schultern und die Vision von einem so noch nicht dagewesenen Ort der Leistung für Menschen mit schwerster Behinderung Wirklichkeit werden lassen.
Spendenkonto Nr. 57588
Stadtsparkasse Augsburg
BLZ 720 500 00
Stichwort "Förderstätte"
Die gesamte Fachkonzept als PDF-Datei (2067 Kb.) steht hier zum Download bereit.
Die Förderstätte im Fritz-Felsenstein-Haus
Der Förderstättenalltag
Das Arbeitskonzept der Förderstätte
Die Förderstätte des FFH hat 3 Gruppen mit jeweils 6 Plätzen für erwachsene Menschen mit unterschiedlichsten Körper- und schweren Mehrfachbehinderungen.
Im Fokus unserer Arbeit stehen zwei Gruppen von Menschen (siehe: „was macht uns besonders“) :
- zum einen Menschen mit schwersten mehrfachen Einschränkungen
- zum anderen Menschen mit schwerster Körperbehinderung aber regelmässig guter geistiger Leistungsfähigkeit.
Die Förderstättenbesucher besuchen die Förderstätte von Montag bis Freitag. Damit wird für sie eine Tagesstruktur ermöglicht, die etwa dem eines nicht behinderten Menschen, der eine Arbeitsstelle hat, gleicht. In den Gruppen erleben die Förderstättenbesucher ein gemeinsames Miteinander. Sie haben einen festen nahen Kollegenkreis in ihrer Stammgruppe und in den Nachbargruppen noch weitere Kollegen.
In den Stammgruppen findet viel Gemeinschaft statt. So wird zu Beginn des Tages im Stammgruppenraum jeder in seiner individuellen Form begrüßt und gemeinsam der Ablauf des Tages besprochen. Jeder erfährt in dieser Morgenrunde, was er für Termine hat und welche „Arbeiten“ für ihn heute zur Verfügung stehen und welche weiteren Dinge heute zu erwarten sind. In dieser Gruppe findet auch das gemeinsame Mittagessen statt und Geburtstage oder ähnliche Anlässe werden in dieser Gemeinschaft gefeiert. Zum Abschluss des Tages gibt es wieder eine gemeinsame Runde in der der vergangene Tag reflektiert und ein Ausblick auf den nächsten gegeben wird.
In jeder Förderstättengruppe arbeiten eine Fachkraft und eine Hilfskraft, die von einem Helfer (Praktikant, ZDL oder FSJ) in ihrer Arbeit unterstützt werden.
Am Vormittag finden die unterschiedlichsten Arbeits- und Fördereinheiten statt. In diesen wird dem Förderstättenbesucher seinen Fähigkeiten entsprechend Angebote gemacht, in denen er Leistung erbringen kann und soll. Diese Angebote finden in den entsprechenden Fachräumen statt. So wird im Werkraum, im PC-Raum oder im Kreativraum zum Teil mit Förderstättenkollegen aus den anderen Gruppen an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet, oder individuelle Arbeiten und Aufgaben erfüllt. Hierbei stehen auch individuelle Förderziele im Blickfeld.
Die Unterstützung durch die pädagogischen Mitarbeiter und der Einsatz von technischen Hilfen bzw. speziellen Vorrichtungen ermöglichen so manchem Förderstättenbesucher, erstaunliche individuelle Leistungen zu erbringen. Dabei entstehen unterschiedliche Dinge, wie z.B. kleine Dekorationsartikel, Gebrauchsgegenstände oder Spielzeug aus Holz, Kalender, Glückwunsch- oder andere Karten und zum Teil schöne Kunstwerke auf Leinwand oder Seidentücher usw.. Aber es gibt auch Aufgaben, die rein der Schulung und Förderung von Fähigkeiten des Förderstättenbesuchers dienen wie z.B. Wahrnehmungsübungen am PC oder Beschäftigung mit verschiedenster Lernsoftware.
Nach der etwas ausgedehnteren Mittagspause, in der Ruhe, Entspannung und Begegnung im Mittelpunkt stehen, werden weitere Arbeits- und Förderangebote gemacht. Zum Teil werden die Aufgaben vom Vormittag fortgesetzt. Es gibt aber auch weitere gruppenübergreifende Angebote, wie z.B. der Besuch des hauseigenen Schwimmbads, musikalische Angebote, Spaziergänge usw..
Mit dieser für alle einheitlichen Tagesstruktur sprechen wir die gesamte Persönlichkeit des Förderstättenbesuchers an. Er wird in allen Bereichen gefordert und mit unterschiedlichen Vorgehensweisen, die sich an seinen jeweiligen individuellen Fähigkeiten orientieren, unterstützt, seinen Förderstättentag zu bewältigen. Da die meisten unserer Förderstättenbesucher auf unterschiedlich umfassende Unterstützung bei der Bewältigung ihrer pflegerischen Bedürfnisse angewiesen sind, ist auch dies ein wichtiger und intensiver Förderbereich. Im Rahmen der Förderpflege werden die individuellen Möglichkeiten des Einzelnen berücksichtigt. Wir legen großen Wert auf Mitarbeit der Betroffenen bei den pflegerischen Belangen und durch entsprechende Handlungsweisen entwickelt der Eine oder Andere auch noch neue Möglichkeiten selbst etwas mit beizutragen.
Was macht uns besonders?
- Unsere Förderstätte gibt es, weil bis Mitte der 90er Jahre die bestehenden Einrichtungen im Raum Augsburg (gerade die WfbM) kaum befriedigenden Beschäftigungs- und Fördermöglichkeiten für zwei Gruppen von Menschen mit Behinderung, mit vollendeter Schulpflicht anbieten konnten (vgl. hierzu weiter unten Beispiele für Förderstättenbesucher) :
- Zum Einen Menschen mit sehr ausgeprägter Körperbehinderung aber guten geistigen Fähigkeiten
- Zum Anderen Menschen mit umfassender mehrfacher Behinderung.
- Aus diesem Defizit heraus entstand die Genehmigung unserer Plätze als „Spezialauftrag“ in der Förderstättenlandschaft.
- Unsere Förderstätte entwickelte sich unabhängig von einer WfbM, was sich in der Gestaltung der Räumlichkeiten und des Angebots widerspiegelt.
- Als junge und kleine Einrichtung können wir die Bedürfnisse des Einzelnen besser berücksichtigen und auf individuelle Wünsche und Initiativen im Förderstättenalltag eingehen.
- Wir sind auch auf intensive Pflegebedürfnisse eingestellt und betrachten dies als unseren Auftrag.
- Wir können die Ressourcen des Fritz-Felsenstein-Hauses als überregionales Kompetenzzentrum für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung nutzen:
- Ein Team einschlägig spezialisierter Therapeuten (Physio-, Ergo- und Psychotherapie und Logopädie) kann in der Förderstätte interdisziplinär koordinierte Therapieangebote machen. Bei Planung und Umsetzung der Förderung arbeiten der pädagogische und der therapeutische Bereich zusammen. Dies steigert die Qualität aller Angebote.
- Für ehemalige Schüler der Fritz-Felsenstein-Schule besteht die Chance, Erfahrungen und Ergebnisse der bisherigen Förderung in der Förderstätte weiterzuentwickeln.
- Spezielle materielle Ressourcen des FFH können von der Förderstätte genutzt werden: das Schwimmbad, der Snoezelen-Bereich, spezielle Therapieausstattung, die barrierefreie Erlebnislandschaft, Spiel- und Freizeitausstattung...
Zwei typische Beispiele für Besucher unserer Förderstätte
Christian S. (25 Jahre)
- starke Spastik in der linken Körperhälfte - nicht vollständig ausgebildeter rechter Arm und Hand, leichte geistige Einschränkungen, Rollstuhlfahrer
- kommuniziert gerne trotz starker Beeinträchtigung der Sprachmotorik
- arbeitet einen großen Teil des Tages am PC (mit entsprechenden Adaptionen)
- Teilarbeiten an Werkstücken mit entsprechend adaptiertem Werkzeug
- künstlerische Tätigkeiten mit Pinsel und Farbe
- erobert gerne mit dem E-Rollstuhl das Augsburger Stadtgebiet, geht gerne aus und besucht Veranstaltungen der Offenen Behinderten Arbeit

Foto: Christian S. bedient den PC mit seinem rechten Fuss mit einem Spezialschuh
Andreas W. (26 Jahre)
- extreme Spastik in allen 4 Gliedmaßen, versteifte und kontrakte Gelenke, geistige Behinderung mit starker Sprachbehinderung (spricht nur wenige Laute)
- nimmt gerne Kontakt mit anderen auf, kommuniziert verstärkt über Mimik und Lautierung, einfaches Sprachverständnis
- bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf personelle und technische Hilfe angewiesen
- Basale Sinnesförderung am PC fordert seine Wahrnehmungsfähigkeit
- Einbeziehung in die Verrichtung von Alltagsarbeiten mit adaptierten Geräten (z.B. Taster oder angepasstem Joystick)
- Kommunikationstraining mit Hilfsmitteln wie Bildern, Sprachtaster oder All-turn-it-Spinner
- Einfachste Werkarbeiten zum Teil mit Handführung (Schleifen, Schneiden mit Spezialschere)
- Liebt den Aufenthalt im Freien und genießt den Besuch des Schwimmbads im FFH

Foto: Andreas W. bedient den Mixer mit einem Taster
Leitstätze aus dem Konzept der Förderstätte
Unsere handlungsleitenden Grundwerte
- Wir wollen die Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen mit seinen individuellen Fähigkeiten achten und wertschätzen.
- Die Arbeit mit erwachsenen Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen ist für uns nicht in erster Linie eine Betreuungsleistung sondern ein gemeinsames Schaffen, in dem wir dem Förderstättenbesucher die notwendige Assistenz anbieten, mit der er tätig sein kann.
- Wir glauben, dass jeder Mensch etwas leisten kann und will und dass dies seinem Leben Würde und Sinn verleiht. Wir helfen Menschen mit Behinderung dabei, ihre in vielerlei Hinsicht erstaunlichen Leistungsmöglichkeiten zu entdecken und zu entwickeln. Durch diese anerkannte, individuelle Leistung wird der einzelne Mensch als Person anerkannt und zu einem Mitglied unserer Gemeinschaft.
- Auch Menschen mit starken Behinderungen sollen ein an der allgemeinen Normalität orientiertes Leben führen können. Dazu gehören unter anderem, eine Beschäftigung zu haben, einen Tages- und Wochenrhythmus zu erleben, soziale Kontakte zu pflegen und vieles mehr.
Ziele unserer Arbeit
- Eine freie Entfaltung der Persönlichkeit.
- Die Unterstützung eines möglichst selbstbestimmten Lebens trotz Behinderung
- Entdecken, Entwickeln und der Erhalt individueller Fähigkeiten und Möglichkeiten.
- Aneignung und Weiterentwicklung von Bildung
- Angebot von Beschäftigung
- Erleben einer Gemeinschaft
- Gestaltung eines interessanten und abwechslungsreichen Tages
Die Förderstätte in der Zukunft
Ursprünglich als „Fördergruppe“ im Rahmen des Betriebs einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gedacht, haben sich die Förderstätten auch in Bayern inzwischen als eine eigene Einrichtungsform emanzipiert.
Im Moment sind 18 Plätze in 3 Gruppen vom Leistungsträger genehmigt und aufgrund der bisherigen räumlichen Situation 15 Plätze in zwei Gruppen besetzt. Schon seit Jahren wird vom Leistungsträger immer wieder gefordert, dass wir die restlichen Plätze besetzen. Die Voraussetzungen für die Eröffnung der dritten Gruppe und die Besetzung der Plätze sind aber erst heute gegeben, wo aus dem EG des Gebäudes Nr. 8 die bisher dort situierte Wohngruppe für Erwachsene nach Mering umgezogen ist. Die Einbeziehung dieser Räume in ein Gesamtkonzept ermöglicht nun endlich die Herstellung einer Förderstätte in der genehmigten Form für unseren Verein. In den nächsten Jahren sind bereits Schulabgänger in der Fritz-Felsenstein-Schule bekannt, die auf eine Förderstätte wie die unsere angewiesen sind. Damit wären die 18 Förderstättenplätze wohl bis 2008/09 voll besetzt. Da wir den Bereich der Schwerstmehrfachbehinderten Schüler für den Raum Augsburg in der Fritz-Felsenstein-Schule abdecken, ist bereits heute relativ genau bekannt, welche Schüler mit welchen Bedürfnissen wann einen Förderstättenplatz von der Art benötigen, auf den unsere Förderstätte in Absprache mit anderen Trägern (z.B. Caritas) zugeschnitten ist. Weitere Entwicklungen sind jedoch aufgrund der politischen und finanziellen Situation beim Leistungsträger schwer vorherzusagen: seit mehreren Jahren werden für Förderstätten in Schwaben unseres Wissens nach keine neuen Plätze mehr genehmigt.
Gerade auch deswegen haben wir nun beschlossen, die seit Jahren anstehende Investition für die jetzige Konstellation zu unternehmen.
Zur Notwendigkeit des Umbaus
Die Förderstätte ist zur Zeit in ehemaligen Räumen im Erdgeschoß des 1975 als Internatsbau fertiggestellten Gebäudes Karwendelstrasse 8 untergebracht. Diese Räume wurden im Laufe der Jahre seit Einzug der Förderstätte zwar notdürftig auf die wachsende Personenzahl angepasst, aber entsprechen bezüglich ihrer Struktur und ihrer Einrichtung nach wie vor eher abgeschlossenen Wohnungen als einem Arbeits- oder Beschäftigungsbereich. Auch sind die zur Verfügung stehenden Pflegeräume nicht auf die Bedürfnisse der erwachsenen Förderstättenbesucher angepasst. Sie entsprechen dem Standard der 70er Jahre, der schon 2003 zur Genehmigung des Umbaus des heilpädagogischen Internats des FFH führte. Der Einsatz von modernen Hilfsmitteln und Handlungsweisen wird durch die bestehende Enge erschwert. Die verschiedenen Arbeitsbereiche sind nicht optimal zugänglich und eingerichtet. Bisher konnten wir von den drei genehmigten Gruppen nur zwei öffnen, mit dem Umzug der Wohngruppe nach Mering ist es nun möglich, die dritte Gruppe zu eröffnen und ein räumliches Gesamtkonzept zu entwickeln (siehe weiter).
Beispiele für den derzeitigen Zustand der Räumlichkeiten

Der ursprüngliche zentrale Gang ist dunkel und eng. Er wirkt trennend. Ausserdem müssen hier Hilfsmittel gelagert werden, da kein anderer Ort vorhanden ist. Er wird auf einigen Metern Länge aufgelöst, so dass ein Foyer entsteht (vgl. Plan + Skizze)

Der derzeitige Werkraum ist für den Verkehr mit (gerade Elektro-) Rollstühlen zu eng. Auch die absolute Größe entspricht überhaupt nicht den Anforderungen. In der neuen Förderstätte wird es zwei ausreichend grosse Werkräume, getrennt nach Holz und „nass“ („Kreativraum“) geben.

Der für Menschen mit Schwerst-Mehrfachbehinderung unabdingbare Snoezelen-Bereich ist nur ein Provisorium (vgl. Fliesenboden). Er befindet sich zur Zeit in einer früheren Toilette. Der vorgesehene Snoezelen-Raum wird in angenehmer Atmosphäre deutlich mehr Snoezelen-Möglichkeiten bieten.

Die Toiletten entsprechen dem Stand von vor 35 Jahren. Sie sind weder für Rollstühle benutzbar, noch bieten sie irgendwelche Elemente von Barrierefreiheit. Die Lüftung funktioniert nicht mehr richtig und muss dringend erneuert werden.

Für die Pflegeräume gilt das gleiche wie für die Toiletten. Sie sind veraltet und zu klein und bieten keinen akzeptablen Standard mehr. Neue Pflegeräume werden barrierefrei nach DIN mit allen Möglichkeiten, die mit vertretbarem Aufwand sinnvoll sind.
Im Bereich Pflege und Toiletten bestehen derzeit sicherlich die größten Defizite, auch für die Arbeitsplatzqualität der Mitarbeiter. Schliesslich stellt die aktivierende Förderpflege für unseren Klientenkreis und damit die Mitarbeiter ein zentrales Förder- bzw. Arbeitsfeld dar.
Ziele des Umbaus
Der gesamte Förderstättenbereich soll durch die Auflösung von trennenden Gängen zu einer Einheit werden. Die Rahmenbedingungen für die zum Teil sehr aufwendigen und notwendigen Pflegetätigkeiten sollen verbessert werden. Die Struktur der Räume soll dem Förderstättenalltag angepasst werden und durch die Einrichtung von Fach- oder Funktionsräumen angepasste Arbeitsplätze entstehen, die auch von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen genutzt werden können.
Durch den Umbau wird es möglich, 3 Gruppenräume zu schaffen, die als Gemeinschaftsort für Gruppen mit 6-8 Förderstättenbesucher dienen. Von hier aus gehen die Förderstättenbesucher zu ihrem individuellen Angebot in die Funktionsräume. Der Integrationsgedanke kann einmal durch das gemeinsame Foyer und durch die einzelnen Funktionsräume und ihre individuell anpassbaren Arbeitsplätze verfolgt werden, da dann Menschen mit unterschiedlich starken Behinderungen gleichzeitig an einem Angebot teilnehmen können bzw. sich immer wieder begegnen.
Wie aus dem Internatsprojekt 2003/04 bekannt ist, sind die Heizungsleitungen im Gebäude Karwendelstrasse 8, die im Fussboden verlaufen, marode und müssen ausgetauscht werden. Dies gilt auch für das Erdgeschoss. Dies erzwingt eine Entfernung des alten Estrichs und die Erneuerung der Heizrohre im gesamten Flügel.
Die wichtigsten Elemente des Umbaus
Einen gezeichneten Plan sowie eine farbig untergliederte Skizze, die nach verschiedenen Funktionsbereichen unterscheidet und ein genaues Raumprogramm finden sich im Anhang. Diese können als Begleiter zur weiteren Betrachtung dienen.
Das Foyer
Das Foyer ist ein zentraler offener Treffpunkt in der Förderstätte. Vielleicht zu vergleichen mit einem Marktplatz. Im Foyer kommen die Förderstättenbesucher an und gehen von dort in ihre Gruppen. Es kreuzen sich viele Wege im Foyer und damit findet auch spontane Begegnung statt. Gleichzeitig kann das Foyer als Veranstaltungsort dienen. Das Foyer bietet die Möglichkeit für gruppenübergreifende Angebote wie z.B. eine Mittagspausenaktion oder ähnliches. Das Foyer entsteht durch den Aufbruch des bestehenden Hausgangs, der die früheren Internatswohnungen voneinander trennte.
Die Gruppenräume
Jede Gruppe hat ihren eigenen Gruppenraum, den sie nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten kann. Hier wird in Kleingruppen die soziale Gemeinschaft erfahrbar. Auch für Menschen, die vielleicht bei einer größeren Personenzahl überfordert sind. Diese Gruppe bietet eine Art „Nest“ in das der Förderstättenbesucher nach „getaner Arbeit“ immer wieder zurückkehrt. Er findet dort vertraute Ansprechpartner und erhält die notwendige pflegerische Versorgung. Die festen gemeinsamen Zeiten (Tagesbeginn, Mittagessen und Tagesabschluss) und gemeinsame Feste und Feiern in diesem gewohnten Rahmen sorgen für ein Gemeinschaftsgefühl. In der eingebauten Küche können kleinere Gerichte hergestellt und Kuchen gebacken werden, aber auch das alltägliche Mittagessen noch genau auf die Bedürfnisse der Gruppenmitglieder angepasst werden (z.B. gezieltes Pürieren von Speisen). Die dazugehörenden Terrassen bieten einen geschützten Raum, die Außenwelt wahrzunehmen und zu beobachten. Im angeschlossenen und einsehbaren Differenzierungsraum kann entweder individuelle Einzelförderung angeboten werden oder auch eine Physiotherapiestunde abgehalten werden.
Die Funktionsräume
Die Funktionsräume stehen allen Förderstättenbesuchern zur Verfügung. Jeder soll unabhängig von der Schwere seiner Behinderung dort einen Arbeitsplatz vorfinden, an dem er eine gewisse Zeit ggf. gemeinsam mit einem Mitarbeiter etwas „arbeiten“ kann. Gruppenübergreifende Angebote und Projekte sorgen für Abwechslung und durch Aufteilung in verschiedene Arbeitsgänge auch für individuell gestaltbare Aufgaben. Die Loslösung der Räume aus dem bisherigen Wohnungsverbund sorgt dafür, dass die Förderstättenbesucher ungehindert Zugang haben und nicht Gruppenaktionen der Stammgruppen stören.
Im Werkraum Holz werden mit Hilfe von Pneumatiktechnik Arbeitsplätze geschaffen, die auch von Menschen mit sehr schweren Behinderungen bedient werden können. Außerdem unterstützen verstellbare Werkbänke ebenfalls das individuelle Einrichten eines Arbeitsplatzes. Es entstehen hier verschiedene Haus- und Gartendekorationsstücke, Holzspielzeug und andere einfache Werkstücke.
Im Kreativraum werden vor allem künstlerische Tätigkeiten angeboten. Diese gehen vom Seidenmalen über Filzen und Keramikarbeiten bis hin zur Gestaltung von Leinwänden. Der Vorteil eines eigenen Kreativraum ist, dass hier künstlerische Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum aufliegen und beständig weiterbearbeitet werden können. Der PC-Raum bietet für 5-6 Einzelarbeitsplätze Raum. Mit unterschiedlichen elektronischen Hilfen und entsprechender Software ist es unseren Förderstättenbesuchern trotz ihrer schweren Behinderung möglich, einfache Texte zu schreiben, Internetrecherche zu betreiben, Karten, Kalender und verschiedene Büchlein zu gestalten und Lern- und Wahrnehmungsübungen zu machen.
Der Snoezelen-Raum ist eine wichtige Einrichtung vor allem für unsere Förderstättenbesucher mit schwersten Mehrfachbehinderungen. Hier können sie entspannen oder mit visuellen, akustischen und taktilen Reizen aus ihrer eigenen Welt herausgeholt werden. Dieser Raum ist als Ergänzung zum Snoezelen-Raum der Gesamteinrichtung gedacht, da dieser von allen Einrichtungen des Fritz-Felsenstein-Hauses genutzt wird und in der Woche nur 1 ½ Stunden für die Förderstätte zugänglich ist.
Die Pflegeräume sind mit eine der wichtigsten Veränderungen durch den Umbau. Bisher nutzen die Gruppen jeweils die schlecht belüfteten Bäder der alten Internatswohnungen für Pflegetätigkeiten. Diese sind aber zu eng und entsprechen auch nicht den Anforderungen einer Förderstätte. Die Pflegtätigkeiten gehören in unserer Förderstätte zu einer der Hauptaufgaben des Personals, da die meisten Förderstättenbesucher nicht selbständig eine Toilette aufsuchen können oder auch eine Inkontinenzproblematik haben.
Mit den gemeinsamen neuen zeitgemäßen Pflegeräumen entstehen große Rollstuhltoiletten, die auch mit den großen Elektrorollstühlen befahren werden können. Speziell die Pflegeplätze mit breiten Pflegeliegen verbessern die bisherigen Arbeitsbedingungen. Es können entsprechende Hilfsmittel wie Lifter oder ähnliches eingesetzt werden und allein schon die Möglichkeit durch Fenster und Türen Frischluft zuführen zu können verbessert die Arbeitsbedingungen ungemein. Zusätzlich wird noch eine gute Lüftungsanlage für ein gutes Raumklima in diesen doch häufig aufgesuchten Räumlichkeiten für Förderstättenbesucher und Mitarbeiter sorgen.
Zu Sicherheit, Hygiene und Praktikabilität
Sicherheitsstandards:
- Handläufe überall, wo sie notwendig und sinnvoll sind
- Ecken- und Kantenschutz
- Notrufmöglichkeiten aus den Sanitärbereichen
- Verbrühschutz an wichtigen Wasserentnahmestellen
- Sicherung der Kochstellen
- Brandschutzkonzept in Zusammenarbeit mit dem Kreisbrandmeister und einem spezialisierten Beratungsbüro liegt vor
- Telefonanlage läuft bei Stromausfall weiter
- Heizkörperverkleidungen
- Steckdosenabdeckungen
- Bruchfestes Glas bei allen Verglasungen, die Kontakt mit Verkehrsflächen haben
- Beidseitig zu schließende Schließzylinder in allen Türen, auch im Sanitärbereich
- Brandschutzplan, -übungen, Verhalten im Brandfall (Aushänge)
- Feuerwehrzufahrt, Eintrittsmöglichkeit für Feuerwehr am Hauseingang, Fluchtwege gekennzeichnet
- Panikschlösser an Fluchttüren
Hygienestandards:
- Eigener Hygieneraum mit Steckbeckenspülautomat
- Getrennte Frisch- und Schmutzwäschelagerung und –entsorgung
- Zweimal täglich Entsorgung (z.B. Windeln)
- Mülltrennung nach Vorschrift
Zeitplan
Aus verschiedenen Gründen kann der Umbau nur im August unter Mitnahme der Sommerferien für Demontagearbeiten beginnen. Der Terminplan sieht eine Fertigstellung im Verlauf des Frühjahrs des Folgejahrs vor.
Wir werden versuchen, einen vorzeitigen Maßnahmebeginn für 2007 erteilt zu bekommen, da sich ab diesem Sommer räumliche Unterbringungsmöglichkeiten im Haus für die Bauzeit ergeben.
Kostenschätzung
Die Kostenberechnung des Architekten ergibt Gesamtkosten von 1,127 Mio. €. Hiervon entfallen
- auf das Bauwerk ca. 504 TEUR
- auf das Gewerk Sanitär/Heizung/Lüftung ca. 200 TEUR
- auf das Elektrogewerk ca. 184 TEUR
- auf Aussenanlagen ca. 7 TEUR
- auf die Ausstattung ca. 82 TEUR
- auf die Nebenkosten ca. 149 TEUR
Finanzierung
Nach Rücksprache mit der Regierung von Schwaben ergibt sich eine mögliche staatliche Förderung. Die Antragstellung ist eingeleitet.
Weiterhin werden wir beim Bezirk Schwaben einen Zuschuß beantragen.
Für den nicht staatlich finanzierten Teil werden wir zum einen mehrere Stiftungen angehen (z.B. die „Aktion Mensch“).
Zum anderen haben wir uns das Ziel gesetzt, mit einer größeren Kampagne Spenden und Geldbussen zu sammeln. Wenn alle unsere Unterstützer sich engagieren, kann unser Verein das Projekt schultern und diese Vision von einem Ort der Leistung für Menschen mit schwerster Behinderung Wirklichkeit werden lassen.
Skizze nach Funktionsbereichen
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